Fortschritte der Blutzuckermessungstechnologien 2026 in der Schweiz

Technologische Innovationen erweitern die Blutzuckermessung in der Schweiz bis 2026 deutlich. Neben traditionellen Methoden gewinnen kontinuierliche und nicht-invasive Verfahren an Bedeutung, um präzisere und benutzerfreundlichere Messungen zu ermöglichen. Ziel sind mehr Komfort und bessere Datenverfügbarkeit.

Fortschritte der Blutzuckermessungstechnologien 2026 in der Schweiz

Technologien der Blutzuckermessung im Jahr 2026

Die Messung des Blutzuckerspiegels bleibt für Menschen mit Diabetes eine unverzichtbare Grundlage der Therapie und Kontrolle. Traditionell erfolgt die Messung durch Kapillarblutentnahme über einen Stechtest, der zwar präzise, jedoch mit Schmerzen und Aufwand verbunden ist. Bis 2026 wurden verschiedene Technologien weiterentwickelt und in der Schweiz zunehmend eingesetzt.

Kontinuierliche Glukosemessung (CGM)

Kontinuierliche Glukosemesssysteme verwenden kleine, meist am Oberarm oder Bauch unter die Haut eingeführte Sensoren. Diese messen den Glukosegehalt der Gewebsflüssigkeit in Intervallen von 1 bis 15 Minuten und übermitteln die Daten an ein Auswertungsgerät oder eine Smartphone-App. Die Sensoren sind in der Regel für mehrere Tage bis zwei Wochen verwendbar.

In der Schweiz werden CGM-Systeme vor allem bei Typ-1-Diabetes-Patienten eingesetzt, gewinnen aber auch bei Typ-2-Diabetikern an Bedeutung, speziell bei intensivierter Insulintherapie. Die Daten ermöglichen eine bessere Erkennung von Trends und Schwankungen im Blutzuckerspiegel, wodurch Anpassungen der Medikation präziser möglich sind.

Nicht-invasive und Multisensor-Technologien

Ein Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung lag bis 2026 auf nicht-invasiven Methoden, bei denen die Haut nicht durchstochen wird. Dazu zählen optische Verfahren, welche Lichtstreuung, Infrarotsignale oder Mikrowellen zur Glukosebestimmung nutzen. Die Solianis Monitoring AG aus Zürich hat in den letzten Jahren ein Multisensor-Glukosemonitoring-System weiterentwickelt, das verschiedene Signale kombiniert, um den Glukosewert kontinuierlich und ohne Einstich zu messen.

Diese Technologien sind in der Schweiz noch nicht flächendeckend im Einsatz, befinden sich jedoch in der Erprobungsphase bzw. in klinischen Studien. Ziel ist die Verringerung der Belastungen durch die herkömmlichen Messungen und die Verbesserung der Verfügbarkeit von Echtzeit-Daten.

Smarte Geräte und Künstliche Intelligenz

Aktuelle Forschungsprojekte an Schweizer Institutionen, etwa der Universität Bern, befassen sich mit der Analyse von medizinischen Daten durch Künstliche Intelligenz (KI). Hierbei werden Daten, die von Wearables wie Smartwatches gesammelt werden, verwendet, um Hypoglykämien (Unterzuckerungen) frühzeitig zu erkennen und vorherzusagen. Dies kann die Sicherheit im Alltag erhöhen und für Personen mit Diabetes eine ergänzende Informationsquelle darstellen.

Wie genau diese Technologien bis 2026 in den Behandlungsalltag integriert werden, hängt von weiteren Studien und Regulierungsprozessen ab.

Technische Grundlagen und Funktionsweisen

Klassische Blutzuckermessung

Die klassische Messung erfolgt mit Blutzuckermessgeräten, die einen Tropfen Kapillarblut aus der Fingerspitze benötigen. Dies erfolgt meist mehrmals täglich. Die Messgeräte bestimmen die Glukosekonzentration enzymatisch oder elektrochemisch.

Kontinuierliche Glukosemonitoring-Systeme

CGM-Systeme messen nicht direkt aus dem Blut, sondern aus der interstitiellen Flüssigkeit. Die Sensoren sind meist minimal invasiv, bestehen aus dünnen Elektroden, die unter die Haut implantiert werden. Sie senden die Daten drahtlos an Displaygeräte oder Smartphones.

Die Messwerte zeigen den aktuellen Glukosewert, Verlaufskurven und Trendpfeile an.

Nicht-invasive Messverfahren

Optische Methoden verwenden Infrarotlicht, das in das Gewebe eindringt und durch Absorption oder Streuung Rückschlüsse auf den Glukosewert zulässt. Mikrowellen- und Biosensoren sollen ohne Eindringen in die Haut Daten gewinnen.

Diese Technologien sind technisch anspruchsvoll, da viele Einflussfaktoren wie Hauttyp und Umgebungsbedingungen die Messung beeinflussen können.

Vorteile und Herausforderungen

Vorteile kontinuierlicher Messmethoden

  • Echtzeitinformationen ermöglichen frühzeitiges Reagieren auf Glukoseschwankungen.
  • Reduzierung von Stichbelastungen und Schmerzen.
  • Bessere Überwachung von nächtlichen und postprandialen Blutzuckerwerten.
  • Hilfreich zur Optimierung von Insulindosierungen und Therapieanpassungen.

Limitationen und Herausforderungen

  • Nicht-invasive Geräte sind noch nicht flächendeckend zugelassen oder mit klinischer Langzeiterfahrung in der Schweiz verfügbar.
  • Kosten können hoch sein und werden teils von Krankenkassen abhängig von Indikation und System übernommen.
  • Messungen in der interstitiellen Flüssigkeit zeigen zeitliche Verzögerungen gegenüber Blutglukosewerten.
  • Datensicherheit und Datenschutz bei der Übertragung sensibler Gesundheitsinformationen sind relevante Themen.

Diabetesversorgung und Blutzuckermessung in der Schweiz

In der Schweiz wird die Versorgung von Menschen mit Diabetes durch ein gut ausgebautes Gesundheitswesen unterstützt. Die Kostenübernahme für kontinuierliche Glukosemesssysteme erfolgt nach medizinischer Indikation durch die Krankenversicherung, insbesondere für Typ-1-Diabetes, zunehmend auch für bestimmte Typ-2-Diabetiker.

Verschiedene Fachinstitutionen wie die Schweizerische Diabetesgesellschaft (SDG) veröffentlichen Richtlinien und Informationen zur Anwendung neuer Technologien. Die ärztliche Betreuung schliesst sowohl die Schulung im Umgang mit Messsystemen als auch die Interpretation der gewonnenen Daten mit ein.

Typische Kosten in der Schweiz (2026)

Bei der Betrachtung von Blutzuckermesssystemen in der Schweiz liegen die typischen Preisspannen im Jahr 2026 wie folgt:

  • Basissysteme für konventionelle Messungen: Kosten für Messgerät und Teststreifen liegen bei rund 100 bis 300 CHF, wobei die Teststreifen als Verbrauchsmaterial monatlich zusätzliche Kosten verursachen.

  • Standardoptionen mit kontinuierlicher Glukosemessung (CGM): Für Sensoren, Lesegeräte und Zubehör belaufen sich die Kosten auf etwa 1’000 bis 3’000 CHF pro Jahr. Die Kostenübernahme erfolgt in der Regel nach medizinischer Indikation.

  • Premium- und Multisensor-Systeme: Neue nicht-invasive Systeme oder multisensorische CGM mit erweiterten Funktionen können höhere Anschaffungskosten und Folgekosten verursachen, zum Beispiel 3’000 bis 5’000 CHF jährlich. Diese Systeme sind zum Teil noch in der Einführung oder klinischen Erprobung.

Ausblick

Die Blutzuckermessungstechnologien entwickeln sich stetig weiter, um bei Menschen mit Diabetes eine präzisere, komfortablere und umfassendere Überwachung zu ermöglichen. In der Schweiz wird dabei besonderer Wert auf die Integration neuer Systeme in die bestehende Versorgungsstruktur und auf klinische Evidenz gelegt. Die Kombination von Sensortechnologien, smarter Datenauswertung und patientenorientierter Betreuung ist zentral für die zukünftige Diabetesversorgung.