Eigenschaften und Nutzung von Ganzjahresreifen 2026

Ganzjahresreifen werden in Deutschland immer beliebter, da sie für unterschiedliche Wetterbedingungen geeignet sind. Sie funktionieren bei Sommer- und Wintertemperaturen. Im Folgenden werden ihre technischen Eigenschaften, Einsatzgebiete und wichtige Nutzungshinweise in Deutschland erläutert.

Eigenschaften und Nutzung von Ganzjahresreifen 2026

Eigenschaften von Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt, sind so konzipiert, dass sie in verschiedenen Jahreszeiten eine akzeptable Leistung erbringen. Dies wird durch das Profil und die Gummimischung erreicht, die einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterreifen darstellen. Das Profil zeigt meist eine Kombination aus Lamellen für Schnee und Rillen für Wasserverdrängung bei Regen.

In Deutschland müssen Ganzjahresreifen seit einigen Jahren das Alpine-Symbol (dreigezackter Berg mit Schneeflocke) tragen, um als wintertauglich eingestuft zu werden. Dieses Symbol ist eine gesetzliche Voraussetzung zur Befolgung der Winterreifenpflicht bei Schnee und Eis. Reifen mit nur der M+S-Kennzeichnung (Matsch und Schnee) erfüllen diese Anforderungen nicht mehr vollständig.

Einsatzbereiche und regionale Relevanz

Die Nutzung von Ganzjahresreifen eignet sich vor allem in Regionen mit moderaten klimatischen Bedingungen, also ohne lange Phasen extremer Winter. In Deutschland betrifft dies vor allem tiefer gelegene Regionen, etwa im nördlichen Flachland oder in größeren Städten. Dort sind die winterlichen Anforderungen oft geringer, wodurch diese Reifen eine praktikable Alternative zum saisonalen Reifenwechsel darstellen.

In Gebieten mit häufigem und starkem Schneefall, insbesondere in Mittelgebirgen und den Alpen, wird meist weiterhin der separate Einsatz von Winterreifen empfohlen, da die Leistungsfähigkeit von Ganzjahresreifen durch die Kompromisskonstruktion begrenzt bleibt.

Technische Unterschiede zu Sommer- und Winterreifen

Sommerreifen sind auf hohe Temperaturen ausgelegt und besitzen eine eher harte Gummimischung mit weniger Lamellen, was die Haftung auf trockener und nasser Fahrbahn optimiert. Winterreifen hingegen sind weicher, mit vielen Lamellen für Griff auf Schnee und Eis.

Ganzjahresreifen versuchen, beide Anforderungen zu erfüllen, indem sie eine mittelharte Gummimischung verwenden, die sowohl bei warmen als auch bei kalten Temperaturen einen Kompromiss bietet. Auch die Profiltiefe und das Profilmuster sind so gestaltet, dass Wasser abgeleitet wird und Schnee aufgenommen werden kann, allerdings in geringerem Maß als bei spezialisierten Reifen.

Die Folge ist, dass Ganzjahresreifen in Vergleichstests häufig Schwächen bei extremen Witterungslagen zeigen, besonders auf verschneiter und vereister Fahrbahn, aber auch bei starker Hitze.

Gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland 2026

In Deutschland gilt ab 1. Januar 2018 die Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen. Das bedeutet, dass Fahrzeuge bei Schnee, Eisglätte, Schneematsch oder Reifglätte mit Reifen ausgestattet sein müssen, die das Alpine-Symbol tragen.

Die Nutzung von Ganzjahresreifen ist legal, sofern diese das Alpine-Symbol besitzen. Es besteht jedoch keine Pflicht, Ganzjahresreifen zu verwenden; auch ein kompletter Satz Sommer- und Winterreifen ist zulässig.

Autofahrer sollten bei der Bereifung zudem die Regelungen zur Mindestprofiltiefe beachten. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm, Fachleute empfehlen jedoch mindestens 4 mm zur sicheren Nutzung, insbesondere bei winterlichen Bedingungen.

Auswahlkriterien für Ganzjahresreifen

Beim Kauf spielen verschiedene Kriterien eine Rolle, die Einfluss auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit haben:

  • Reifengröße: Diese sollte den Angaben im Fahrzeugbrief und in der Bedienungsanleitung entsprechen. Falsche Reifengrößen können das Fahrverhalten beeinträchtigen.
  • EU-Reifenlabel: Das Label informiert über Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch. Höhere Nasshaftung ist besonders für Ganzjahresreifen wichtig.
  • Profiltiefe und Alter: Neue Reifen besitzen meist eine Profiltiefe von mindestens 8 mm. Ältere Reifen verlieren durch Gummiverhärtung an Haftung; empfohlen wird, die Reifen nicht älter als sechs Jahre zu nutzen.
  • Testberichte: Unabhängige Tests wie vom ADAC oder Stiftung Warentest bieten eine Orientierung über das aktuelle Leistungsniveau verschiedener Modelle.

Pflege und Wartung von Ganzjahresreifen

Die Lebensdauer und Sicherheit von Ganzjahresreifen hängen auch von deren regelmäßiger Wartung ab. Dazu gehört:

  • Luftdruckkontrolle: Monatlich oder vor längeren Fahrten sollte der Luftdruck überprüft und angepasst werden. Ein korrekter Druck verbessert den Reifenverschleiß und den Kraftstoffverbrauch.
  • Profiltiefenmessung: Die Kontrolle der Profiltiefe gewährleistet ausreichende Haftung.
  • Reifenwechsel und Rotation: Auch wenn Ganzjahresreifen das ganze Jahr genutzt werden, empfiehlt sich ein gelegentlicher Wechsel zwischen Vorder- und Hinterachse, um den Verschleiß gleichmäßig zu halten.
  • Lagerung bei Nichtgebrauch: Falls Ganzjahresreifen doch über längere Zeit gelagert werden, sollten sie an einem kühlen, trockenen Ort und frei von direkter Sonneneinstrahlung aufbewahrt werden.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Beim Kauf von Ganzjahresreifen sind die Kosten abhängig von Größe, Hersteller und technischer Ausstattung:

  • Basisoption: Etwa 50 bis 80 Euro pro Reifen. Dies sind häufig einfache Modelle mit grundlegender Leistung, geeignet für Wenigfahrer oder kleinere Autos.
  • Standardoption: Ungefähr 80 bis 120 Euro pro Reifen. Hier sind häufig Reifen mit akzeptabler Nasshaftung und längerer Haltbarkeit zu finden, die für normale Fahrzeuge gut geeignet sind.
  • Premiumoption: Ab etwa 120 Euro aufwärts pro Reifen. Diese Reifen bieten meist verbesserte Sicherheit, besonders bei Nässe oder wechselnden Bedingungen, sowie eine längere Lebensdauer. Sie stammen oft von bekannten Marken und schneiden in Tests gut ab.

Neben dem Anschaffungspreis sind mögliche Zusatzkosten für Montage, Auswuchten und gegebenenfalls Reifendruckkontrollsystem-Anpassungen zu berücksichtigen.

Zusammenfassung

Ganzjahresreifen bieten in Deutschland eine Bereifungsvariante, die vor allem in bestimmten Regionen und für bestimmte Nutzergruppen einen Kompromiss zwischen Sommer- und Winterkomfort darstellt. Sie erfüllen die gesetzlichen Anforderungen bei winterlichen Straßenverhältnissen, sofern das Alpine-Symbol vorhanden ist. Die Wahl und Pflege der Reifen beeinflussen maßgeblich die Fahrsicherheit und Lebensdauer. Unabhängige Tests und der Vergleich von technischen Merkmalen können helfen, eine informierte Entscheidung zu treffen.