Zahnimplantate 2026: All-on-4 in Österreich erklärt

Zahnimplantate stellen in Österreich eine wichtige Behandlungsoption für Menschen mit fehlenden Zähnen dar. Das All-on-4-Verfahren ermöglicht den Ersatz eines kompletten Zahnbogens mit vier Implantaten. Diese Methode gewinnt auch 2026 zunehmend an Bedeutung, besonders bei Patientinnen und Patienten höheren Alters.

Zahnimplantate 2026: All-on-4 in Österreich erklärt

All-on-4-Zahnimplantate: Grundlagen

Das All-on-4-Konzept ist ein Verfahren der Implantologie, bei dem vier Implantate in einem Kiefer verankert werden, um darauf eine festsitzende Prothese zu befestigen. Diese Methode wurde entwickelt, um Patienten mit vollständigem oder nahendem Zahnverlust eine stabilere und dauerhafte Alternative zu herkömmlichen Prothesen zu bieten.

Die vier Implantate werden meist so platziert, dass zwei im Frontzahnbereich vertikal und zwei im Seitenzahnbereich schräg eingesetzt werden. Diese Verteilung gewährleistet eine gute Verankerung auch bei reduziertem Kieferknochenangebot.

Einsatzbereiche in Österreich

All-on-4 wird in Österreich vor allem für Patientinnen und Patienten mit großflächigem Zahnausfall genutzt. Besonders Senioren profitieren von dieser Lösung, da sie oft Probleme mit locker sitzenden Vollprothesen haben. Auch Patienten mit reduziertem Knochenvolumen, die aufwändige Knochenaufbauten umgehen möchten, können von All-on-4 profitieren.

Medizinische Voraussetzungen und Ablauf

Voraussetzungen

Bevor das All-on-4-Verfahren angewendet wird, erfolgt eine gründliche Untersuchung inklusive digitaler 3D-Bildgebung (z. B. DVT-Scan). Die Beurteilung des Knochenangebots, der allgemeinen Mundgesundheit und des allgemeinen Gesundheitszustands ist Voraussetzung.

Zur erfolgreichen Implantation sollten entzündliche Veränderungen im Kiefer- und Mundraum ausgeschlossen sein. Die Knochenqualität und -quantität müssen ausreichend sein, um die Implantate sicher zu verankern.

Behandlungsablauf

  1. Diagnostik und Planung: Digitale Aufnahme des Kiefers und Planung des Eingriffs mithilfe von speziellen Softwareprogrammen.
  2. Implantation: Chirurgische Einsetzung der vier Implantate im Kiefer.
  3. Provisorische Versorgung: Direkt im Anschluss kann eine provisorische Brücke eingesetzt werden, die in der Regel während der Heilungsphase verbleibt.
  4. Endgültiger Zahnersatz: Nach einer Einheilzeit von einigen Monaten wird die endgültige Brücke oder Prothese angepasst und eingesetzt.

In einigen Fällen wird versucht, die provisorische Versorgung direkt am Behandlungstag einzusetzen, was als Sofortversorgung bezeichnet wird. Dies ist jedoch abhängig von der individuellen Knochenqualität und Patientensituation.

Vor- und Nachteile von All-on-4

Vorteile

  • Reduzierte Anzahl der Implantate im Vergleich zu herkömmlichen Komplettversorgungen
  • Vermeidung oder Reduktion von Knochenaufbauten durch schräg gesetzte Implantate
  • Möglichkeit der Sofortversorgung mit festen Zähnen
  • Feste Verankerung der Prothese im Vergleich zu herausnehmbaren Lösungen

Nachteile

  • Nicht für alle Patienten geeignet, z. B. bei unzureichendem Knochenangebot oder bestimmten Vorerkrankungen
  • Operation notwendig, die mit typischen Risiken verbunden ist (z. B. Infektionen, Narbenbildung)
  • Kostenintensiver als herkömmliche Prothesen
  • Langfristiger Folgenbeobachtung bedarf einer guten Mundhygiene und regelmäßiger Kontrolltermine

Alternative Implantatkonzepte

Neben All-on-4 gibt es weitere Implantatvarianten wie All-on-6 oder konventionelle Einzelimplantate. Diese können je nach individueller Situation des Patienten sinnvoll sein.

Mini-Implantate werden in Österreich ebenfalls eingesetzt, sind jedoch eher für spezifische Indikationen geeignet und bieten eine geringere Stabilität.

Typische Kosten in Österreich (2026)

Die Kosten für eine All-on-4-Behandlung in Österreich variieren je nach Praxis, Materialwahl und individuellem Aufwand. Nach derzeitigen Informationen liegen die Preise typischerweise in folgenden Bereichen:

  • Basisoption: Etwa 8.000 bis 10.000 Euro pro Kiefer – umfasst grundlegende Implantate und provisorische Versorgung
  • Standardoption: Rund 10.000 bis 13.000 Euro pro Kiefer – beinhaltet hochwertige Materialien und teilweise navigierte Implantologie
  • Premiumoption: Zwischen 13.000 und 16.000 Euro pro Kiefer – Zusätzliche Services, individuelle Anfertigungen und digitale Planungsverfahren

Hinweise zu Finanzierungsmöglichkeiten oder speziellen Angeboten sollten dabei separat und unabhängig erfragt werden, da Preise und Konditionen variieren können.

Nachsorge und Pflege von Implantaten

Um die Lebensdauer der Implantate zu gewährleisten, sind regelmäßige Zahnarztbesuche zur Kontrolle und professionelle Zahnreinigung empfohlen. Gute Mundhygiene reduziert das Risiko für Periimplantitis, eine Entzündung des Gewebes um das Implantat.

Rauchen und bestimmte systemische Erkrankungen, etwa Diabetes, können das Risiko von Komplikationen erhöhen und sollten im Vorfeld mit den behandelnden Fachpersonen besprochen werden.

Gesetzliche und gesundheitliche Rahmenbedingungen in Österreich

In Österreich übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für Zahnimplantate in der Regel nicht. Es bestehen jedoch individuelle Zuschüsse je nach Krankenkasse und Tarif. Die Patienteninformation seitens der behandelnden Zahnärzte soll umfassend, neutral und transparent erfolgen.

Implantatbehandlungen sollten ausschließlich durch qualifizierte Fachärzte oder Zahnärzte mit entsprechender Zusatzqualifikation durchgeführt werden, um Behandlungsqualität und Sicherheit zu gewährleisten.

Zusammenfassung

Das All-on-4-Implantatkonzept stellt eine etablierte Behandlungsoption für den festsitzenden Zahnersatz bei Patienten mit teilweisem oder vollständigem Zahnverlust dar. In Österreich gewinnt diese Methode weiterhin an Bedeutung und bietet besonders für ältere Menschen mit vermindertem Knochenangebot eine Alternative zu herkömmlichen Prothesen. Die Behandlung ist individuell komplex, erfordert eine sorgfältige Planung und Nachsorge. Kosten sind je nach gewähltem Konzept und Praxis unterschiedlich, wobei die genannten Preisangaben einen allgemeinen Überblick bieten.