Was sind schraubenlose Zahnimplantate und was kosten sie? (Mehr erfahren)
Wer sich für Zahnersatz entscheidet, wünscht sich oft eine Lösung, die so natürlich wie möglich aussieht und sich auch so anfühlt. Sogenannte "schraubenlose" Zahnimplantatsysteme – bei denen die Verbindung zwischen Implantat und Krone nicht durch eine sichtbare Verschraubung, sondern durch Zementierung oder spezielle Stecksysteme (konometrische Verbindungen) erfolgt – bieten hier deutliche ästhetische Vorteile. Dieser Artikel erläutert die technologischen Hintergründe, vergleicht die Methode mit herkömmlichen Verfahren und schlüsselt auf, mit welchen Kosten Patienten bei dieser hochwertigen Versorgung rechnen müssen.
Schraubenlose Zahnimplantate kombinieren moderne Implantattechnik mit einem möglichst natürlichen Erscheinungsbild. Statt die Krone mit einer kleinen Verschlussschraube von oben zu befestigen, erfolgt die Verbindung meist über Zement oder konometrische Passung. Das hat Vor- und Nachteile in Bezug auf Ästhetik, Wartung, Risiken und Kosten, die Sie vor einer Entscheidung kennen sollten.
Schraubenlos bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass im Kiefer keine Titan- oder Keramikschraube sitzt, sondern dass der eigentliche Zahnersatz nicht über eine sichtbare Schraube zugänglich ist. Das Implantat im Knochen bleibt eine Schraube, während die Verbindung zur Krone über spezielle Aufbauten und Befestigungstechniken erfolgt. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bitte wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachkraft für eine persönliche Beratung und Behandlung.
Haltbarkeit und Wartung schraubenloser Implantate
Die Haltbarkeit und Wartung schraubenloser Implantate hängen weniger von der Art der Befestigung als von Faktoren wie Knochenqualität, Mundhygiene, Rauchen, vorhandenen Vorerkrankungen und der Erfahrung des Behandlers ab. Zementierte oder konometrische Verbindungen können genauso langlebig sein wie verschraubte Konstruktionen, wenn sie fachgerecht geplant und umgesetzt werden.
Im Alltag bedeutet die Wartung vor allem regelmäßige professionelle Zahnreinigungen, Kontrollen des Zahnfleischzustands und gegebenenfalls Röntgenaufnahmen, um Knochenabbau frühzeitig zu erkennen. Ein Nachteil schraubenloser Systeme kann die erschwerte Demontage sein: Muss eine Krone nach Jahren ausgetauscht oder repariert werden, ist das Lösen einer zementierten oder rein konometrisch gehaltenen Versorgung häufig aufwendiger als bei einer verschraubten Lösung.
Ästhetische Vorteile ohne sichtbare Zugangsöffnungen
Ein häufiges Argument für schraubenlose Systeme sind die ästhetischen Vorteile ohne sichtbare Zugangsöffnungen. Bei verschraubten Implantatkronen ist meist ein kleiner Zugangskanal auf der Kaufläche oder an der Innenseite des Zahnes erforderlich, der später mit Kompositmaterial verschlossen wird. Bei sehr hohen ästhetischen Ansprüchen, etwa im sichtbaren Frontzahnbereich, kann dies als störend empfunden werden, auch wenn der Kanal in Zahnfarbe verschlossen wird.
Zementierte oder konometrische Implantatkronen kommen ohne diese Öffnung aus, da sie von außen nicht mehr gelöst werden. Das erleichtert auch die Gestaltung von Form und Oberflächenstruktur, was zu einem natürlicheren Lichtspiel führen kann. Zudem entfällt das Risiko, dass sich Füllmaterial aus dem Schraubenkanal verfärbt oder mit der Zeit abnutzt. Wichtig bleibt trotzdem, dass Zahnfleischverlauf, Kronenmaterial und Farbe professionell abgestimmt werden, denn die Ästhetik hängt immer vom Gesamtkonzept ab.
Zementierte und konometrische Verbindungen erklärt
Unter zementierten Verbindungen versteht man schraubenlose Implantate, bei denen die Krone wie bei einem klassischen Zahn auf ein Abutment aufgeklebt beziehungsweise zementiert wird. Das Abutment ist mit dem Implantat fest verschraubt, bleibt aber im Mund, während nur die Krone wieder entfernt werden könnte. Die Auswahl des Zements und die Art der Zementierung spielen eine wichtige Rolle für Haltbarkeit und Risiko von Zementresten.
Konometische Verbindungen funktionieren über eine sehr präzise konische Passung zwischen Abutment und Krone oder Sekundärteil. Dank dieser konometrischen Passform entsteht eine kraft- und formschlüssige Verbindung, die ohne Zement oder zusätzliche Schraube auskommt, sich aber bei Bedarf mit speziellen Instrumenten wieder lösen lässt. Solche Systeme werden häufig bei abnehmbaren, implantatgetragenen Prothesen, aber auch bei festsitzenden Arbeiten eingesetzt und können sowohl funktionell als auch hygienisch Vorteile bieten, wenn sie korrekt angewendet werden.
Kostenfaktoren und Vergleich zu verschraubten Systemen
Die Kostenfaktoren und der Vergleich zu verschraubten Systemen sind für viele Patientinnen und Patienten entscheidend. In Deutschland setzen sich die Gesamtkosten eines Implantats aus mehreren Komponenten zusammen: Voruntersuchungen, Bildgebung, eventueller Knochenaufbau, Implantatoperation, Abutment, Laborleistungen und die eigentliche Krone oder Brücke. Ob der Zahnersatz schraubenlos oder verschraubt gestaltet wird, beeinflusst vor allem die Labor- und Materialkosten, oft aber auch den zeitlichen Aufwand in der Praxis.
In vielen Fällen liegen die Preise schraubenloser und verschraubter Einzelzahnimplantate relativ dicht beieinander. Konometrische Spezialteile oder besonders anspruchsvolle ästhetische Arbeiten können etwas teurer sein. Die folgenden Kostenschätzungen beziehen sich auf typische Spannen in deutschen Praxen und Kliniken und dienen nur der groben Orientierung.
| Produkt oder Leistung | Anbieter | Kostenschätzung in Deutschland |
|---|---|---|
| Einzelnes zementiertes Implantat mit Krone (schraubenlos) | Durchschnittliche Zahnarztpraxis, Deutschland | 2.000–3.500 € pro Zahn |
| Einzelnes verschraubtes Implantat mit Krone | Durchschnittliche Zahnarztpraxis, Deutschland | 2.000–3.800 € pro Zahn |
| Konometrische Implantatkrone (z.B. Ankylos SynCone) | Deutsche Fachpraxen mit Dentsply-Sirona-Systemen | 2.200–3.800 € pro Zahn |
| Implantatgetragene 3-gliedrige Brücke (schraubenlos) | Deutsche Implantologie-Praxen und Kliniken | 5.000–8.000 € insgesamt |
Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eigene Recherchen werden empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.
Region, Implantatsystem, Materialwahl, Anzahl der Implantate sowie der Versicherungsstatus (gesetzlich oder privat) können die tatsächlichen Kosten deutlich nach oben oder unten verschieben. Gesetzliche Krankenkassen beteiligen sich in der Regel nur mit einem festen Zuschuss an der Regelversorgung, während der Löwenanteil der Implantatkosten privat zu tragen bleibt. Ein individueller Heil- und Kostenplan der behandelnden Praxis ist daher unverzichtbar.
Risiken von Zementüberschüssen und deren Vermeidung
Bei schraubenlosen, zementierten Implantaten gelten Zementüberschüsse als eines der wichtigsten Risiken. Gelangt überschüssiger Zement in den Zahnfleischsaum oder unter das Zahnfleisch, kann er dort Entzündungen, periimplantäre Mukositis und langfristig sogar Periimplantitis mit Knochenabbau auslösen. Problematisch ist, dass solche Reste klinisch oft schwer zu erkennen sind, insbesondere wenn die Kronenränder tief unter dem Zahnfleischniveau liegen.
Zur Vermeidung setzen erfahrene Behandler auf spezielle Zementiertechniken, vorgefertigte Abutments mit gut zugänglichem Randverlauf oder wählen bewusst verschraubte beziehungsweise konometrische Lösungen. In einigen Fällen wird die Krone vorab außerhalb des Mundes auf einem Modell zementiert, um den Großteil des Überschusses zu entfernen. Eine sorgfältige Planung der Implantatposition, die Wahl des geeigneten Befestigungskonzepts und engmaschige Nachkontrollen sind entscheidend, um die Vorteile schraubenloser Systeme nutzen zu können, ohne unnötige Risiken einzugehen.
Am Ende hängt die Entscheidung für schraubenlose oder verschraubte Zahnimplantate von der individuellen Situation, den ästhetischen Ansprüchen, der Mundhygiene und den finanziellen Möglichkeiten ab. Ein ausführliches Gespräch mit einer erfahrenen Implantologin oder einem erfahrenen Implantologen, in dem Haltbarkeit, Wartung, ästhetische Ziele, Befestigungsart und Kosten transparent besprochen werden, schafft die Grundlage für eine langfristig stabile und gesunde Versorgung.