Was sind schraubenlose Zahnimplantate und was kosten sie?

Schraubenlose Zahnimplantate stellen eine moderne Alternative zu herkömmlichen Implantatsystemen dar. Diese innovative Technik verzichtet auf das klassische Einschrauben in den Kieferknochen und bietet besonders für bestimmte Patientengruppen entscheidende Vorteile. Doch was genau verbirgt sich hinter dieser Methode und mit welchen Kosten müssen Patienten rechnen?

Was sind schraubenlose Zahnimplantate und was kosten sie?

Im Alltag klingt der Begriff schraubenloses Zahnimplantat einfacher, als er in der Zahnmedizin tatsächlich ist. Meist geht es nicht darum, dass das Implantat selbst völlig ohne Gewinde auskommt, sondern dass bei Aufbau oder Krone keine sichtbare Schraube verwendet wird oder dass ein einteiliges System eingesetzt wird. Für Patientinnen und Patienten in Österreich ist das vor allem deshalb relevant, weil Funktion, Ästhetik, Pflegeaufwand und Preis je nach Bauart deutlich variieren können. Dieser Artikel dient nur der Information und sollte nicht als medizinischer Rat verstanden werden. Für eine persönliche Beurteilung und Behandlung ist eine qualifizierte medizinische Fachperson zu konsultieren.

Wie funktionieren schraubenlose Implantate?

Wenn von der Frage gesprochen wird, wie Zahnimplantate ohne Schrauben funktionieren, ist meist eine Versorgung gemeint, bei der die Krone nicht über einen sichtbaren Schraubenkanal befestigt wird. In der Praxis kommen dafür vor allem zwei Wege vor: einteilige Implantate oder Implantate mit zementierter Krone auf einem Aufbau. Das Implantat im Kiefer ist häufig weiterhin ein klassisches, im Knochen verankertes System. Schraubenlos bezieht sich also meist auf die prothetische Verbindung oberhalb des Zahnfleischs. Dadurch kann die Oberfläche der Krone geschlossener wirken, was ästhetisch interessant ist, verlangt aber eine sehr präzise Planung.

Welche Vorteile haben schraubenlose Implantate?

Welche Vorteile bieten schraubenlose Zahnimplantate? Häufig genannt werden eine natürlichere Optik, weil kein Schraubenzugang auf der Kaufläche sichtbar ist, sowie ein harmonischerer Kronenaufbau im Frontzahnbereich. Bei einteiligen Systemen gibt es außerdem weniger Einzelkomponenten. Das kann mechanische Komplexität reduzieren. Dennoch sind solche Lösungen nicht automatisch besser: Korrekturen nach dem Einsetzen können schwieriger sein, und bei zementierten Kronen muss überschüssiger Zement sorgfältig entfernt werden. Der tatsächliche Nutzen hängt daher von Biss, Knochenangebot, Zahnposition und der Erfahrung der behandelnden Praxis ab.

Warum ist das für ältere Menschen interessant?

Zahnimplantate für ältere Menschen müssen nicht grundsätzlich schraubenlos sein, doch diese Variante kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Wenn eine ästhetisch unauffällige Lösung gewünscht wird oder die prothetische Gestaltung möglichst kompakt ausfallen soll, kann ein schraubenloses Konzept Vorteile haben. Entscheidend ist jedoch nicht das Alter allein, sondern der allgemeine Gesundheitszustand, die Knochenqualität, die Mundhygiene und die Fähigkeit, regelmäßige Kontrollen wahrzunehmen. Für ältere Menschen ist außerdem wichtig, ob die Versorgung später gut gereinigt und bei Bedarf unkompliziert angepasst werden kann. Genau dort muss individuell abgewogen werden.

Für wen sind solche Implantate geeignet?

Für wen sind schraubenlose Implantate besonders geeignet? Häufig kommen sie für Menschen infrage, bei denen die Ästhetik im sichtbaren Bereich eine große Rolle spielt oder bei denen die Zahnstellung eine verschraubte Krone optisch ungünstig machen würde. Auch bei einzelnen Zahnlücken können sie eine Option sein. Weniger günstig kann das Konzept sein, wenn ein sehr hohes Risiko für Zähneknirschen besteht, wenn spätere Korrekturen wahrscheinlich sind oder wenn die Mundhygiene Schwierigkeiten bereitet. Wichtig ist zudem die Breite des Kieferknochens. Eine gute Lösung entsteht nicht durch das Etikett schraubenlos, sondern durch eine passgenaue Behandlungsplanung.

Was kosten sie in Deutschland?

Was kosten schraubenlose Zahnimplantate in Deutschland? Für einen einzelnen Zahn liegen realistische Gesamtkosten häufig grob zwischen etwa 2.500 und 4.500 Euro, wenn Diagnostik, Implantat, Einheilphase, Aufbau und Krone zusammen betrachtet werden. Keramiksysteme, aufwendige Laborarbeiten oder zusätzlicher Knochenaufbau können die Summe spürbar erhöhen. Für Leserinnen und Leser in Österreich sind diese Werte als Orientierung brauchbar, weil Material- und Laborkosten im deutschsprachigen Raum ähnlich kalkuliert werden, die tatsächlichen Honorare aber je nach Stadt, Praxis und Ausgangsbefund abweichen. Besonders wichtig ist, ob es sich um ein einteiliges System, eine zementierte Versorgung oder eine individuell gefräste Lösung handelt.


Produkt/Service Provider Cost Estimation
PURE Ceramic Implant Monotype mit Krone Straumann ca. 3.200–4.800 € pro Zahn
NobelActive mit zementierter Krone Nobel Biocare ca. 2.800–4.200 € pro Zahn
Astra Tech Implant System EV mit zementierter Versorgung Dentsply Sirona ca. 2.700–4.100 € pro Zahn
CONELOG mit zementierter Krone CAMLOG ca. 2.500–3.900 € pro Zahn

Die in diesem Artikel genannten Preise, Sätze oder Kostenschätzungen basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird empfohlen, bevor finanzielle Entscheidungen getroffen werden.


Unterm Strich sind schraubenlose Zahnimplantate kein einheitliches Produkt, sondern ein Sammelbegriff für unterschiedliche Versorgungsarten. Für die Beurteilung zählen weniger Werbeworte als die konkrete Konstruktion, die Position des fehlenden Zahns, die Knochensituation und die langfristige Pflege. Wer die Frage nach Funktion und Kosten beantworten will, sollte deshalb immer zwischen Implantattyp, Befestigungsart der Krone und zusätzlichen Behandlungsschritten unterscheiden. Erst aus dieser Kombination ergibt sich, ob eine schraubenlose Lösung im Einzelfall medizinisch sinnvoll, ästhetisch überzeugend und finanziell nachvollziehbar ist.