Was sind schraubenlose Zahnimplantate und was kosten sie?

Zahnimplantate haben sich als bewährte Lösung für fehlende Zähne etabliert. Doch nicht jeder Patient kann oder möchte sich einem chirurgischen Eingriff mit Schrauben unterziehen. Schraubenlose Zahnimplantate bieten eine alternative Methode, die besonders für Senioren und Patienten mit bestimmten gesundheitlichen Einschränkungen interessant sein kann. Diese Technologie verspricht weniger invasive Verfahren und kürzere Heilungszeiten. Doch wie funktionieren diese Implantate genau, für wen sind sie geeignet, und welche Kosten kommen auf Patienten zu?

Was sind schraubenlose Zahnimplantate und was kosten sie?

Schraubenlose Zahnimplantate sind eine innovative Entwicklung in der Implantologie, die sich durch ihre spezielle Verankerungstechnik von herkömmlichen Implantaten unterscheiden. Während klassische Implantate durch Gewinde im Kieferknochen fixiert werden, nutzen schraubenlose Varianten andere Befestigungsmechanismen. Diese Technologie kann in bestimmten Situationen Vorteile bieten und eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten, die für konventionelle Implantate weniger geeignet sind.

Wie funktionieren schraubenlose Zahnimplantate?

Schraubenlose Zahnimplantate werden auch als zementierte oder Press-Fit-Implantate bezeichnet. Sie werden durch Presspassung oder spezielle Oberflächenstrukturen im Kieferknochen verankert, ohne dass ein Schraubgewinde erforderlich ist. Die Stabilität entsteht durch die präzise Passung zwischen Implantat und dem vorbereiteten Knochenbett sowie durch die biologische Einheilung (Osseointegration). Einige Systeme nutzen poröse Oberflächen oder bioaktive Beschichtungen, die das Einwachsen von Knochengewebe fördern. Der Verzicht auf Gewinde kann in bestimmten anatomischen Situationen vorteilhaft sein, insbesondere wenn der verfügbare Knochen begrenzt ist oder eine schonendere Insertion gewünscht wird. Die Einheilzeit entspricht in der Regel der von konventionellen Implantaten und beträgt mehrere Monate.

Welche Vorteile bieten schraubenlose Zahnimplantate für Senioren?

Für ältere Patienten können schraubenlose Zahnimplantate mehrere Vorteile bieten. Die Insertion kann in manchen Fällen schonender erfolgen, da weniger mechanischer Druck auf den Knochen ausgeübt wird. Dies kann besonders bei reduzierter Knochenqualität relevant sein, die im Alter häufiger vorkommt. Zudem können bestimmte schraubenlose Systeme bei geringerem Knochenangebot eingesetzt werden, wodurch aufwendige Knochenaufbauten möglicherweise vermieden werden. Die Behandlungsdauer kann sich dadurch verkürzen, was für Senioren mit eingeschränkter Belastbarkeit von Bedeutung sein kann. Allerdings hängt die Eignung stark vom individuellen Gesundheitszustand und der Knochenstruktur ab. Eine gründliche zahnärztliche Untersuchung ist unerlässlich, um festzustellen, ob diese Implantattechnologie für den jeweiligen Patienten geeignet ist.

Für wen sind schraubenlose Implantate geeignet?

Schraubenlose Implantate kommen für Patienten in Betracht, bei denen herkömmliche Schraubimplantate aus anatomischen oder medizinischen Gründen nicht optimal sind. Dazu gehören Personen mit reduziertem Knochenvolumen, bei denen ein Knochenaufbau vermieden werden soll, oder Patienten mit bestimmten Knochenstrukturen, die für Gewinde weniger geeignet sind. Auch bei Sofortimplantationen nach Zahnentfernung können schraubenlose Systeme unter bestimmten Bedingungen Vorteile bieten. Nicht geeignet sind sie hingegen für Patienten mit stark fortgeschrittenem Knochenschwund, unbehandelten Zahnfleischerkrankungen oder bestimmten systemischen Erkrankungen, die die Knochenheilung beeinträchtigen. Die endgültige Entscheidung trifft der behandelnde Implantologe nach ausführlicher Diagnostik, die in der Regel Röntgenaufnahmen oder dreidimensionale Bildgebung umfasst.

Was kosten schraubenlose Zahnimplantate?

Die Kosten für schraubenlose Zahnimplantate variieren je nach Behandlungsumfang, verwendetem System und regionalen Gegebenheiten. In Deutschland liegen die Gesamtkosten für ein einzelnes Implantat inklusive Krone typischerweise zwischen 1.800 und 3.500 Euro. Schraubenlose Systeme können aufgrund ihrer speziellen Technologie im oberen Preissegment angesiedelt sein. Die Kosten setzen sich zusammen aus dem Implantat selbst, dem chirurgischen Eingriff, dem Aufbau (Abutment) und der Krone. Zusätzliche Kosten können für Diagnostik, Anästhesie oder eventuell notwendige Vorbehandlungen anfallen. Bei Versorgungen mit mehreren Implantaten oder komplexeren Fällen können die Gesamtkosten entsprechend höher ausfallen.


Leistung Anbieter/Typ Kostenschätzung
Einzelnes Implantat mit Krone Allgemeine Zahnarztpraxis 1.800 - 2.500 €
Einzelnes Implantat mit Krone Spezialisierte Implantologie-Praxis 2.200 - 3.500 €
Implantat mit Sofortversorgung Implantologiezentrum 2.500 - 4.000 €
Vollständige Diagnostik (DVT/3D) Verschiedene Anbieter 150 - 300 €
Knochenaufbau (falls erforderlich) Spezialisierte Praxen 300 - 1.500 €

Die in diesem Artikel genannten Preis- und Kostenschätzungen basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Es wird empfohlen, vor finanziellen Entscheidungen eine unabhängige Recherche durchzuführen.

Übernehmen Krankenkassen die Kosten?

Die Kostenübernahme durch Krankenkassen ist bei Zahnimplantaten in Deutschland eingeschränkt. Gesetzliche Krankenkassen gewähren in der Regel einen befundbezogenen Festzuschuss, der sich an der Regelversorgung orientiert. Dieser Zuschuss deckt etwa 60 Prozent der Kosten einer Standardversorgung ab und kann sich bei regelmäßig geführtem Bonusheft auf bis zu 75 Prozent erhöhen. Der Zuschuss bezieht sich jedoch auf die konventionelle Versorgung mit Brücken oder Prothesen, nicht auf die tatsächlichen Implantatkosten. Die Differenz zwischen Festzuschuss und den tatsächlichen Implantatkosten muss der Patient als Eigenanteil tragen. Private Krankenversicherungen und Zahnzusatzversicherungen können je nach Tarif einen höheren Anteil oder sogar die vollständigen Kosten übernehmen. Es empfiehlt sich, vor Behandlungsbeginn einen Heil- und Kostenplan bei der Versicherung einzureichen und die Kostenübernahme schriftlich bestätigen zu lassen.

Langlebigkeit und Pflege

Schraubenlose Zahnimplantate können bei guter Pflege und regelmäßiger zahnärztlicher Kontrolle eine ähnliche Lebensdauer wie konventionelle Implantate erreichen, die bei vielen Patienten 15 bis 25 Jahre oder länger beträgt. Entscheidend für den langfristigen Erfolg sind eine sorgfältige Mundhygiene, regelmäßige professionelle Zahnreinigungen und das Vermeiden von Risikofaktoren wie Rauchen. Die Pflege unterscheidet sich nicht wesentlich von der herkömmlicher Implantate und umfasst tägliches Zähneputzen, die Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten sowie gegebenenfalls spezielle Mundspüllösungen. Halbjährliche Kontrolluntersuchungen ermöglichen es dem Zahnarzt, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Behandler ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg der Implantation.

Schraubenlose Zahnimplantate stellen eine vielversprechende Ergänzung im Spektrum moderner Zahnersatzlösungen dar. Sie können für bestimmte Patientengruppen Vorteile bieten, insbesondere wenn anatomische oder medizinische Besonderheiten vorliegen. Die Kosten liegen im mittleren bis oberen Bereich der Implantatversorgung, wobei die gesetzlichen Krankenkassen nur einen begrenzten Festzuschuss gewähren. Eine umfassende Beratung durch einen erfahrenen Implantologen ist unerlässlich, um die individuell beste Lösung zu finden.