Spinalkanalstenose: Ursachen, Symptome und Behandlung 2026
Die Spinalkanalstenose beschreibt eine Verengung des Wirbelkanals, die Rückenmark und Nervenwurzeln beeinträchtigt. Diese Erkrankung führt häufig zu belastungsabhängigen Rückenschmerzen und sensomotorischen Störungen. Die Diagnose erfolgt meist mittels klinischer Untersuchung und bildgebender Verfahren in Deutschland.
Was ist eine Spinalkanalstenose?
Eine Spinalkanalstenose bezeichnet die Verengung des knöchernen Kanals in der Wirbelsäule, durch den das Rückenmark und die Nerven verlaufen. Diese Verengung kann Druck auf die Nervenstrukturen ausüben und somit verschiedene Beschwerden verursachen. Dabei handelt es sich vor allem um degenerative Veränderungen, die im Verlauf des natürlichen Alterungsprozesses auftreten.
Zu den häufigsten Auslösern gehören Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke (Spondylarthrose), Verdickungen der Bänder, Bandscheibenveränderungen sowie knöcherne Anbauten (Osteophyten).
Betroffene Wirbelsäulenabschnitte
In Deutschland tritt die Spinalkanalstenose besonders häufig im Bereich der Lendenwirbelsäule (lumbale Stenose) auf. Sie kann ebenfalls im Bereich der Halswirbelsäule (zervikale Stenose) vorkommen, ist dort jedoch seltener. Seltener betroffen ist die Brustwirbelsäule.
Symptome der Spinalkanalstenose
Lumbale Spinalkanalstenose
Das häufigste Symptom sind belastungsabhängige Schmerzen im unteren Rücken, begleitet von Schmerzen in den Beinen, die sich beim Gehen verstärken und häufig durch Sitzen oder Vorbeugen gelindert werden. Diese Beschwerden werden als sogenannte „Neurogene Claudicatio“ bezeichnet.
Weitere mögliche Symptome sind: - Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Beinen - Muskuläre Schwäche - In fortgeschrittenen Fällen Probleme mit der Blasen- oder Darmkontrolle
Zervikale Spinalkanalstenose
Hier können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Nacken auftreten. Zusätzlich sind Sensibilitätsstörungen, Koordinationsprobleme sowie in schweren Fällen Lähmungen möglich.
Abgrenzung zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)
Die Symptome der lumbalen Spinalkanalstenose ähneln denen der pAVK, auch Schaufensterkrankheit genannt. Beide Erkrankungen können gehstreckenabhängige Beschwerden hervorrufen. Eine genaue Diagnostik durch Ärzte ist erforderlich, um zwischen einer neurogenen und einer arteriellen Ursache zu unterscheiden.
Diagnostische Verfahren in Deutschland
Die Diagnose der Spinalkanalstenose erfolgt in der Regel durch: - Klinische Untersuchung (Anamnese, neurologische Tests) - Bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) - Elektrophysiologische Untersuchungen können ergänzend erfolgen
Die Bildgebung erlaubt die Beurteilung der Verengung und ihrer Auswirkung auf Nervenstrukturen.
Behandlungsmöglichkeiten
Konservative Therapie
In Deutschland wird bei milden bis moderaten Symptomen oft zunächst eine konservative Behandlung empfohlen, die Maßnahmen wie: - Physiotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit und Muskelkraft - Schmerzmedikation, meist unter ärztlicher Kontrolle - Ergonomische Anpassungen im Alltag - Gezielte Aktivitätsanpassungen
Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Funktion zu erhalten.
Operative Therapie
Bei ausgeprägten Symptomen oder neurologischen Ausfällen kann eine operative Therapie in Erwägung gezogen werden. Ziel der Operation ist die Erweiterung des Wirbelkanals, beispielsweise durch Abtragen von knöchernen Anbauten oder Entfernung verdickter Bänder.
Die Entscheidung zu einer Operation erfolgt individuell und basiert auf dem Schweregrad der Beschwerden, dem Allgemeinzustand des Patienten sowie der Bildgebung.
Typische Kosten in Deutschland (2026)
Die Kosten für die Diagnostik und Behandlung einer Spinalkanalstenose können im deutschen Gesundheitswesen je nach Umfang und Therapieform variieren:
- Basisdiagnostik: Die ambulante Untersuchung inklusive MRT liegt meist zwischen 200 und 600 Euro, abhängig von der Klinik und Region.
- Konservative Behandlung: Physiotherapie und medikamentöse Versorgung werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, können aber bei Privatpatienten oder Selbstzahlern variieren.
- Operative Eingriffe: Stationäre Operationen mit anschließender Rehabilitation kosten je nach Verfahren und Klinik zwischen 8.000 und 20.000 Euro. Die meisten Kosten werden im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt.
Häufig gestellte Fragen
Wie häufig ist die Spinalkanalstenose in Deutschland?
Studien zeigen, dass etwa 20 % bis 25 % der über 60-Jährigen radiologisch eine lumbale Spinalkanalstenose aufweisen, wobei nicht alle Betroffenen Symptome entwickeln.
Kann die Erkrankung verhindert werden?
Völlige Verhinderung ist aufgrund der degenerativen Ursachen nicht möglich. Eine gesunde Lebensweise mit Bewegung und Gewichtskontrolle kann jedoch das Fortschreiten verzögern.
Welche Ärzte sind in Deutschland zuständig?
Fachärzte für Orthopädie, Neurochirurgie und Neurologie sind häufig an Diagnostik und Behandlung beteiligt. Zudem kann eine multimodale Schmerztherapie empfohlen werden.
Fazit
Die Spinalkanalstenose ist eine altersbedingte Verengung des Wirbelkanals mit potenziell belastenden Symptomen. In Deutschland ist eine adäquate Diagnostik und individuell angepasste Therapie wichtig, um die Lebensqualität zu erhalten. Sowohl konservative als auch operative Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung, wobei die Entscheidung auf Grundlage der Symptome und Befunde erfolgt.