Aktuelle Therapien der Psoriasisarthritis in Deutschland 2026
Die Psoriasisarthritis ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die Haut und Gelenke betrifft und in Deutschland vor allem Menschen mittleren und höheren Alters betrifft. Forschung und Therapien zielen darauf ab, Verlauf und Symptome besser zu kontrollieren und Folgeschäden zu verhindern.
Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten
Die medikamentöse Therapie der Psoriasisarthritis (PsA) hat sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Verschiedene Wirkstoffklassen kommen zum Einsatz, darunter konventionelle Basistherapeutika (csDMARDs), Biologika und zielgerichtete synthetische DMARDs (tsDMARDs) wie Januskinase-Inhibitoren.
In Deutschland sind Biologika wie Secukinumab und Ixekizumab (IL-17-Inhibitoren) sowie Guselkumab und Risankizumab (IL-23-Inhibitoren) zugelassen und werden zunehmend verwendet. Sie wirken, indem sie spezifische Entzündungswege modulieren und so die Krankheitsaktivität reduzieren, was sich in einer verminderten Gelenkentzündung und Hautsymptomatik niederschlägt.
Januskinase-Inhibitoren (z. B. Tofacitinib, Upadacitinib) stellen eine orale Alternative zu injizierbaren Therapien dar und haben in klinischen Studien eine gute Wirksamkeit bei PsA gezeigt. Diese Medikamente hemmen intrazelluläre Signalwege, die an der Entzündungsförderung beteiligt sind.
Diagnostische Kriterien und Früherkennung
Eine schnelle und präzise Diagnose der Psoriasisarthritis ist entscheidend, da unbehandelte Entzündungen zu irreversiblen Gelenkzerstörungen führen können. In Deutschland wird die Diagnose häufig anhand klinischer Befunde, bildgebender Verfahren wie Ultraschall oder MRT und Laborwerten gestellt.
Früherkennung ist besonders wichtig, da die Symptomatik variieren kann und nicht immer offensichtliche Entzündungszeichen vorliegen. Neuere EULAR-Leitlinien (European Alliance of Associations for Rheumatology) aus 2026 empfehlen eine besondere Wachsamkeit bei Patienten mit Psoriasis auf Haut und Gelenksymptome, auch wenn Entzündungen subklinisch sind.
Nichtmedikamentöse Maßnahmen
Neben der medikamentösen Behandlung spielen Lebensstiländerungen eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Psoriasisarthritis. In Deutschland wird empfohlen, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, die Entzündungsprozesse nicht fördert – beispielsweise durch Reduktion von Zucker und ungesunden Fetten.
Regelmäßige Bewegung, angepasst an die individuellen Möglichkeiten, kann die Gelenkfunktion erhalten und die Mobilität verbessern. Physiotherapie und Ergotherapie sind etablierte Bestandteile der Behandlung zur Linderung von Symptomen und Förderung der Selbstständigkeit.
Nikotinverzicht wird empfohlen, da Rauchen Entzündungen verstärken und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen kann.
Aktuelle Forschung und Entwicklungen in Deutschland
Auf nationalen und internationalen Rheumatologiekongressen, wie dem Deutschen Rheumatologiekongress 2025 in Wiesbaden, werden neue Erkenntnisse zur Psoriasisarthritis diskutiert.
Aktuelle Studien befassen sich mit Präzisionsmedizin, die auf genetische und molekulare Marker abgestimmte Therapien ermöglicht, um Behandlungserfolge zu verbessern.
Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Identifizierung von Krankheitsphänotypen, um Patienten mit schwer behandelbarer („difficult-to-manage“, D2M) Psoriasisarthritis besser zu erkennen und individuell zu betreuen.
Weiterhin wird an der Entwicklung neuer Wirkstoffe gearbeitet, die spezifischer und nebenwirkungsärmer sind. Dazu gehören verbesserte Biologika und oral verfügbare Inhibitoren verschiedener Signalwege.
Typische Kosten in Deutschland (2026)
Bei der Behandlung der Psoriasisarthritis in Deutschland können die Kosten je nach Art der Therapie erheblich variieren. Eine grobe Einordnung umfasst:
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Basisbehandlung (csDMARDs): Kosten liegen meist im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat. Dazu zählen Medikamente wie Methotrexat oder Sulfasalazin.
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Biologische Therapien: Diese kosten typischerweise im fünfstelligen Bereich pro Jahr, abhängig von Präparat und Dosierung. Die Therapie wird in der Regel durch das deutsche Gesundheitssystem erstattet, wenn die Indikationen erfüllt sind.
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Zielgerichtete synthetische DMARDs (z. B. Januskinase-Inhibitoren): Kosten liegen ähnlich wie bei Biologika, der Zugang erfolgt nach genauer Prüfung auf Kostenübernahme.
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Nichtmedikamentöse Leistungen (Physiotherapie, Ergotherapie) sind zwischen 10 und 40 Euro pro Einheit angesiedelt, oft mit Zuzahlungen durch Patienten, abhängig von den Krankenkassenregeln.
Eine individuelle Kostenplanung erfolgt in der Regel gemeinsam mit behandelnden Ärzten und Krankenkassen.
Versorgungssituation in Deutschland
Die Versorgung von Patienten mit Psoriasisarthritis in Deutschland erfolgt überwiegend durch Fachärzte für Rheumatologie. Dabei gibt es sowohl ambulante als auch stationäre Versorgungsangebote.
Die Überweisung vom Hausarzt zu einem Rheumatologen ist ein gängiger Weg, um eine spezialisierte Diagnostik und Therapie zu gewährleisten.
Patientenschulungen und unterstützende Angebote wie Selbsthilfegruppen werden zunehmend angeboten, um Betroffenen Informationen und psychosoziale Unterstützung bereitzustellen.
Fazit
Die Behandlung der Psoriasisarthritis in Deutschland hat sich bis 2026 weiterentwickelt, besonders durch neue medikamentöse Optionen. Eine frühzeitige Diagnose und interdisziplinäre Betreuung sind grundlegend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und Gelenkschäden zu verhindern.
Nichtmedikamentöse Maßnahmen ergänzen die Behandlung, während die Kostenstruktur durch das deutsche Gesundheitssystem maßgeblich beeinflusst wird. Die Forschung konzentriert sich darauf, personalisierte Therapien zu etablieren und schwer behandelbare Fälle besser zu verstehen.