Katarakt-OP Schritt für Schritt: Ablauf und Vorbereitung

Eine Kataraktoperation zählt zu den häufigsten Eingriffen der Augenheilkunde. Wer den Ablauf kennt und weiß, wie man sich vorbereitet, geht gelassener in die Behandlung. Dieser Leitfaden erklärt in klaren Schritten, was vor, während und nach der OP passiert – inklusive aktueller Technologien und Orientierung bei der Klinikwahl.

Katarakt-OP Schritt für Schritt: Ablauf und Vorbereitung

Die Katarakt-Operation ist ein routinemäßiger, aber präziser Eingriff, der das Sehvermögen wiederherstellt und die Lebensqualität erheblich verbessert. In Deutschland werden jährlich mehrere hunderttausend solcher Operationen durchgeführt. Der Eingriff erfolgt meist ambulant und dauert nur etwa 15 bis 30 Minuten pro Auge. Moderne Techniken und Instrumente haben die Sicherheit und Erfolgsrate deutlich erhöht.

Grauer Star: Ursachen

Der Graue Star entsteht durch eine zunehmende Trübung der Augenlinse, die normalerweise klar und durchsichtig ist. Die häufigste Ursache ist der natürliche Alterungsprozess. Mit zunehmendem Alter verlieren die Proteine in der Linse ihre Struktur und verklumpen, was zu einer Eintrübung führt. Weitere Ursachen können Verletzungen des Auges, langfristige Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, angeborene Fehlbildungen oder starke UV-Strahlung sein. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum gelten ebenfalls als Risikofaktoren. In seltenen Fällen kann ein Katarakt auch bei jüngeren Menschen auftreten, etwa durch Augenentzündungen oder genetische Veranlagung.

Symptome: Wann zum Augenarzt?

Die Symptome des Grauen Stars entwickeln sich schleichend und werden oft zunächst nicht bemerkt. Typische Anzeichen sind verschwommenes oder nebliges Sehen, erhöhte Blendempfindlichkeit besonders bei hellem Licht oder Scheinwerfern, verblasste Farben, Doppelbilder auf einem Auge und häufige Änderungen der Brillenstärke. Betroffene berichten oft von einem Schleier vor den Augen oder dem Gefühl, durch ein milchiges Glas zu schauen. Wenn solche Symptome den Alltag beeinträchtigen, sollte zeitnah ein Augenarzt aufgesucht werden. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine bessere Planung des Eingriffs und verhindert unnötige Einschränkungen der Lebensqualität.

Diagnose und Voruntersuchungen

Die Diagnose eines Katarakts erfolgt durch eine umfassende augenärztliche Untersuchung. Der Arzt prüft die Sehschärfe, untersucht die Linse mit einer Spaltlampe und misst den Augeninnendruck. Zusätzlich wird die Netzhaut begutachtet, um andere Augenerkrankungen auszuschließen. Vor der Operation sind weitere Messungen notwendig, um die passende Kunstlinse zu bestimmen. Dazu gehören die Vermessung der Augenlänge, der Hornhautkrümmung und der Vorderkammer. Diese Werte sind entscheidend für die Berechnung der Linsenstärke, die nach der Operation das beste Sehvermögen ermöglicht. Patienten werden auch über verschiedene Linsentypen informiert, darunter Monofokallinsen für eine Entfernung oder Multifokallinsen für mehrere Distanzen.

Der Ablauf der Katarakt-Operation

Die Katarakt-Operation wird in der Regel ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach der Betäubung des Auges durch Tropfen oder eine Injektion macht der Chirurg einen winzigen Schnitt am Rand der Hornhaut. Mithilfe von Ultraschall wird die getrübte Linse zerkleinert und abgesaugt, ein Verfahren, das als Phakoemulsifikation bezeichnet wird. Anschließend wird die faltbare Kunstlinse durch den kleinen Schnitt eingesetzt und entfaltet sich im Auge. Der Schnitt ist so klein, dass er meist ohne Naht von selbst heilt. Während des gesamten Eingriffs verspüren Patienten keinen Schmerz, eventuell nur leichten Druck. Die Operation erfolgt unter einem Mikroskop, und moderne Techniken wie Femtosekundenlaser können in spezialisierten Zentren zusätzlich eingesetzt werden.

Vorbereitung auf die Operation

Eine gründliche Vorbereitung ist für den Erfolg der Katarakt-Operation wichtig. Patienten erhalten detaillierte Anweisungen vom behandelnden Arzt. In den Tagen vor dem Eingriff werden häufig antibiotische Augentropfen verschrieben, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Am Operationstag sollte auf Augen-Make-up verzichtet werden, und lockere, bequeme Kleidung ist empfehlenswert. Da nach der Operation das Sehvermögen vorübergehend eingeschränkt ist, sollte eine Begleitperson organisiert werden. Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, müssen dies mit dem Arzt besprechen, da eine Anpassung der Dosierung erforderlich sein kann. Nüchternheit ist bei örtlicher Betäubung meist nicht notwendig, sollte aber vorab geklärt werden.

Nachsorge und Heilungsverlauf

Nach der Operation wird das Auge mit einem Verband oder einer Schutzbrille abgedeckt. In den ersten Stunden kann das Sehen noch verschwommen sein. Patienten erhalten Augentropfen zur Vorbeugung von Infektionen und Entzündungen, die regelmäßig angewendet werden müssen. Körperliche Anstrengungen, Schwimmen und das Reiben des Auges sollten in den ersten Wochen vermieden werden. Kontrolltermine beim Augenarzt sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen. Die meisten Patienten bemerken bereits nach wenigen Tagen eine deutliche Verbesserung des Sehvermögens. Die vollständige Heilung dauert etwa vier bis sechs Wochen. Komplikationen sind selten, können aber Infektionen, erhöhten Augeninnendruck oder Nachstar umfassen, der mit einem kurzen Lasereingriff behandelt werden kann.

Kosten und Kostenübernahme

Die Kosten einer Katarakt-Operation variieren je nach gewählter Linse und Klinik. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen die Kosten für die Standardbehandlung mit einer Monofokallinse vollständig. Patienten, die eine Premiumlinse wie Multifokal- oder torische Linsen wünschen, müssen die Mehrkosten selbst tragen. Diese können zwischen 1.500 und 3.000 Euro pro Auge liegen. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten je nach Tarif unterschiedlich. Es ist ratsam, vor der Operation eine Kostenklärung mit der Krankenkasse vorzunehmen und verschiedene Angebote zu vergleichen.


Linsentyp Anbieter Kostenschätzung (pro Auge)
Monofokallinse (Standard) Gesetzliche Krankenkassen Vollständig übernommen
Multifokallinse Spezialisierte Augenkliniken 1.500 – 2.500 Euro (Eigenanteil)
Torische Linse Spezialisierte Augenkliniken 1.000 – 2.000 Euro (Eigenanteil)
Femtosekundenlaser-Assistenz Augenzentren 500 – 1.500 Euro (Zusatzkosten)

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine unabhängige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.

Die Katarakt-Operation ist ein sicherer und effektiver Eingriff, der vielen Menschen ihr Sehvermögen zurückgibt. Eine gute Vorbereitung, die Wahl des richtigen Arztes und die Einhaltung der Nachsorgeanweisungen tragen wesentlich zum Erfolg bei. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte stets ein Facharzt konsultiert werden.

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und sollte nicht als medizinischer Rat betrachtet werden. Bitte konsultieren Sie einen qualifizierten Arzt für eine individuelle Beratung und Behandlung.