IT-Sicherheitsmanagement im Finanzsektor: Externe Dienstleister und Cybersicherheitsrisiken in Deutschland 2025

Wussten Sie, dass Finanzinstitute ab 2025 durch die EU-Verordnung DORA strenge IT-Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen? Erfahren Sie, wie Sie mit externen Dienstleistern Cyberrisiken reduzieren und Compliance effizient umsetzen – ein entscheidender Vorteil für mehr Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit.

IT-Sicherheitsmanagement im Finanzsektor: Externe Dienstleister und Cybersicherheitsrisiken in Deutschland 2025

Digitale operationale Resilienz mit DORA: Gesetzliche Grundlage seit 2025

Seit dem 17. Januar 2025 ist die EU-Verordnung DORA (Digital Operational Resilience Act) verbindlich für viele beaufsichtigte Finanzinstitute und IKT-Drittanbieter in Deutschland und der gesamten EU. Mit DORA wird ein einheitlicher Rechtsrahmen geschaffen, der die digitale operationale Resilienz des europäischen Finanzsektors stärken und harmonisieren soll. Die Verordnung regelt Anforderungen zu:

  • Cybersicherheits- und IKT-Risikomanagement
  • Bedrohungsprävention, Reaktion und Wiederherstellung
  • Meldepflichten bei IKT-Sicherheitsvorfällen
  • Auslagerung und Drittparteienmanagement, insbesondere bei Cloud-Diensten und IT-Service-Providern

Das Ziel besteht darin, Risiken durch Cyberangriffe und IT-Ausfälle möglichst frühzeitig zu erkennen und negative Auswirkungen zu reduzieren sowie die Stabilität des Finanzsystems zu fördern. Die deutsche BaFin übernimmt dabei zentrale Aufgaben als Ansprechpartner und Meldehub für IKT-bezogene Sicherheitsvorfälle im Finanzsektor.

Mit der Einführung von DORA werden alte nationale Regelwerke wie BAIT, VAIT, KAIT schrittweise in die neue Regulierung überführt, mit Übergangsregelungen zur vollständigen Umsetzung bis 2027. Bereits seit Anfang 2025 gelten dabei Pflichten zur Einhaltung strenger IT-Sicherheitsstandards.

Die Rolle externer Dienstleister in der Finanz-Cybersicherheit

Finanzunternehmen arbeiten häufig mit externen IKT-Drittanbietern zusammen, dazu gehören Cloud Service Provider, Softwareentwickler und Managed Security Service Provider (MSSP). DORA legt fest, dass Finanzinstitute diese Drittanbieter kontrollieren und das Risiko aus Abhängigkeiten systematisch managen sollten. Dabei sind unter anderem folgende Aspekte relevant:

  • Verträge mit Sicherheitsklauseln und geplante Audits
  • Einbindung der Drittanbieter in das eigene IKT-Risikomanagement
  • Laufende Überwachung von Compliance und Leistung der Dienstleister

Managed Security Services bieten Finanzinstituten skalierbare Lösungen mit Zertifizierungen (z. B. ISO 27001, BSI C5, PCI DSS), um Bedrohungen gezielt abzuwehren und regulatorische Anforderungen zu unterstützen. Anbieter wie Myra Security stellen beispielsweise DDoS-Schutzsysteme, Web Application Protection und Echtzeit-Überwachung bereit.

Vor allem kleinere und mittlere Finanzinstitute können von externer Unterstützung profitieren, da eigene Ressourcen für IT-Sicherheits- und Compliance-Aufgaben oft begrenzt sind.

Cybersicherheitsrisiken im Finanzsektor und deren potenzielle Auswirkungen

Der Finanzsektor gilt aufgrund der sensiblen Daten als Ziel für Cyberangriffe. Zu den gängigen Angriffsmethoden zählen:

  • Distributed Denial of Service (DDoS): Überlastung von IT-Systemen, vorübergehende Beeinträchtigung von Diensten
  • Credential Stuffing: Einsatz gestohlener Zugangsdaten zur unautorisierten Nutzung von Konten
  • Cross-Site Scripting (XSS) und SQL-Injections: Einschleusung von Schadcode und möglicher Zugriff auf Datenbanken
  • Zero-Day-Exploits: Ausnutzung bislang unbekannter Schwachstellen

Die finanziellen Schäden durch Cybervorfälle können in Einzelfällen mehrere Millionen Euro betragen. Darüber hinaus sind Strafen bis zu 20 Millionen Euro gemäß DSGVO und DORA möglich, wobei auch Führungskräfte relevante Pflichten übernehmen.

DORA sowie ergänzende Regelungen wie NIS-2 verschärfen Meldepflichten und Anforderungen an das Risikomanagement, um die Fähigkeit zur Reaktion auf Sicherheitsvorfälle zu verbessern.

Abwägung von IT-Sicherheitsinvestitionen im Kontext von DORA

Die Umsetzung von DORA erfordert zum Teil hohe Investitionen: Schätzungen zeigen, dass die Kosten für einzelne Finanzinstitute in Deutschland je nach Größe und Komplexität variieren können, etwa im Bereich zwischen ca. 25 und 150 Millionen Euro.

Diese Ausgaben betreffen unter anderem:

  • Ausbau der IT-Sicherheitsinfrastruktur und Monitoring-Systeme
  • Rekrutierung und Weiterbildung von IT-Sicherheitspersonal
  • Implementierung von Compliance- und Risikomanagementprozessen
  • Regelmäßige Sicherheitsprüfungen und Penetrationstests

Langfristig kann eine verbesserte IT-Sicherheitsstrategie zur Verringerung von Cyberzwischenfällen beitragen und die Stabilität der IT-Systeme erhöhen. Compliance mit DORA kann neben der Erfüllung gesetzlicher Pflichten zur Vertrauensbildung bei Kunden und Geschäftspartnern beitragen.

Mit einer konsequenten IT-Sicherheitsstrategie können Finanzinstitute ihre operative Resilienz im digitalen Umfeld stärken.

Die Einbindung von Cybersecurity in das Geschäftsmanagement

Cybersecurity ist ein bedeutender Bestandteil moderner Geschäftsstrategien im Finanzsektor. Die Umsetzung umfasst verschiedene Maßnahmen, zum Beispiel:

  • Auditierte und dokumentierte Sicherheitsprozesse
  • Regelmäßige Mitarbeiterschulungen und Sensibilisierung
  • Fortlaufende Risiko- und Bedrohungsanalysen
  • Enge Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern und Aufsichtsbehörden

Diese Schritte unterstützen Finanzunternehmen dabei, Cybersecurity als festen Teil des Managements zu verankern und regulatorische Anforderungen systematisch umzusetzen.

IT-Sicherheitsmanagement und externe Dienstleister im Finanzsektor 2025

Der Finanzsektor steht mit der verbindlichen Einführung von DORA vor einem Wandel im IT-Sicherheitsmanagement. Externe Dienstleister mit entsprechenden Zertifizierungen und branchenspezifischer Kompetenz können Finanzinstitute bei der Bewältigung der komplexen Cyberrisiken unterstützen.

Finanzunternehmen sind gefordert, sowohl interne Prozesse als auch das Management von Drittanbietern auf ein aktuelles Sicherheitsniveau zu bringen. Die Investitionen können dazu beitragen, Cyberrisiken zu senken, Ausfallzeiten zu vermeiden und regulatorische Vorgaben zu erfüllen. IT-Sicherheit ist ein bedeutender Faktor für die operative Stabilität und ein Unterstützungsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit.

Quellen

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