Hochtemperatur-Wärmepumpen für ungedämmte Altbauten 2026
Hochtemperatur-Wärmepumpen werden in Deutschland 2026 wichtiger für die Modernisierung ungedämmter Altbauten. Sie liefern höhere Vorlauftemperaturen und passen besser zu vorhandenen Heizkörpern. Der Text erklärt Funktionsweise, Effizienz, Kosten und Anforderungen.
Hochtemperatur-Wärmepumpen: Funktionsweise
Hochtemperatur-Wärmepumpen basieren auf dem gleichen Prinzip wie herkömmliche Wärmepumpen: Sie entziehen Umweltwärme aus Luft, Boden oder Wasser und nutzen ein Kältemittel, das bei niedrigen Temperaturen verdampft. Dieses Gas wird anschließend durch einen Kompressor verdichtet, wodurch sich die Temperatur erhöht. Im Vergleich zu Standardmodellen sind Hochtemperatur-Wärmepumpen technisch so ausgelegt, dass sie Vorlauftemperaturen von bis zu 70 bis 75 °C erreichen können. Dies ist insbesondere bei ungedämmten Altbauten erforderlich, da hier traditionelle Heizkörper oft hohe Vorlauftemperaturen benötigen, um ausreichende Wärme abzugeben.
Bedeutung für ungedämmte Altbauten
Die Gebäudesubstanz vieler deutscher Altbauten ist durch unzureichende Dämmung gekennzeichnet. Dies führt zu einem höheren Wärmebedarf und stärkeren Wärmeverlusten über Außenwände, Fenster und Dachflächen. Typische Wärmepumpen mit Vorlauftemperaturen von 35 bis 55 °C reichen oft nicht aus, um diese Gebäude effizient zu beheizen. Hochtemperatur-Wärmepumpen ermöglichen aufgrund ihrer höheren Vorlauftemperaturen eine bessere Kompatibilität mit vorhandenen Heizkörpern und müssen nicht zwingend mit aufwändigen Dämmmaßnahmen kombiniert werden. Das kann bei der Sanierung von Altbauten Vorteile bieten, beispielsweise wenn eine nachträgliche Dämmung technisch schwierig oder wirtschaftlich wenig attraktiv ist.
Effizienz und Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Effizienz einer Wärmepumpe wird häufig durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgedrückt. Diese Zahl gibt das Verhältnis von abgegebener Heizenergie zum eingesetzten Strom an. Mit steigender Vorlauftemperatur sinkt jedoch die JAZ, da der Verdichtungsprozess mehr elektrische Energie benötigt. Untersuchungen für 2026 zeigen, dass bei Vorlauftemperaturen über 55 °C die JAZ typischerweise zwischen 2,5 und 3,5 liegt. Im Vergleich dazu erreichen Wärmepumpen mit niedrigeren Vorlauftemperaturen (35-45 °C) JAZ-Werte zwischen 3,5 und 5,0. Die niedrigere Effizienz führt zu höheren Betriebskosten und stärkeren Stromverbrauch.
Voraussetzungen für den Einsatz
Um eine Hochtemperatur-Wärmepumpe im ungedämmten Altbau sinnvoll einzusetzen, sollten mehrere Bedingungen beachtet werden:
- Heizsystem: Die vorhandenen Heizkörper sollten groß genug sein, um mit den höheren Vorlauftemperaturen eine ausreichende Wärmeabgabe sicherzustellen.
- Heizlast: Der Heizwärmebedarf sollte vor der Installation korrekt ermittelt werden, um die Anlagenleistung anzupassen.
- Regelungstechnik: Moderne Steuerungen können helfen, den Betrieb der Wärmepumpe zu optimieren und die Systemeffizienz zu verbessern.
- Förderfähigkeit: Zuschüsse durch BAFA und KfW sind möglich, allerdings können sie je nach technischer Ausführung und energetischem Zustand des Gebäudes variieren.
Planung und Herausforderungen
Die Planung einer Hochtemperatur-Wärmepumpe erfordert eine genaue Gebäudebewertung. Da ungedämmte Altbauten einen hohen Wärmeverlust aufweisen, ist der Wärmebedarf oft deutlich höher als bei sanierten Gebäuden. Neue Hochtemperaturgeräte müssen somit dimensioniert werden, um den Spitzenbedarf abzudecken. Gleichzeitig sollte der niedrige Effizienzverlust bei hohen Temperaturen bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt werden.
Ein weiterer Punkt ist die Integration des Wärmepumpensystems in die bestehende Heizungsinstallation. Da die Systeme mit erhöhten Vorlauftemperaturen arbeiten, ist eine Kompatibilität mit vorhandenen Heizkörpern und gegebenenfalls ein hydraulischer Abgleich wichtig.
Typische Kosten in Deutschland (2026)
Für Hochtemperatur-Wärmepumpen in ungedämmten Altbauten variieren die Kosten je nach Gebäudegröße, Leistungsanforderungen und gewähltem System:
- Einfache Basisvarianten: Rund 20.000 bis 30.000 Euro – meist kleine bis mittlere Anlagen ohne zusätzliche Systemanpassungen
- Standardlösungen: Etwa 30.000 bis 45.000 Euro – inklusive moderner Steuerung und hydraulischer Integration
- Premium-Optionen: Über 45.000 Euro – mit erweiterten Komfortfunktionen, zusätzlicher Wärmespeicherung oder Kombination mit weiteren erneuerbaren Energien
Diese Preise liegen vor Berücksichtigung möglicher Förderungen durch BAFA oder KfW, die den Eigenanteil deutlich reduzieren können.
Fördermöglichkeiten in Deutschland
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Wärmepumpen im Zuge der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Im Jahr 2026 können Zuschüsse bei der Modernisierung von Heizungsanlagen in Altbauten bis zu 45 % oder mehr betragen, abhängig von der Effizienzklasse und der Einbindung in ein Gesamtkonzept. Die KfW bietet ergänzende Programme mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen an. Förderbedingungen und -höhen sollten vor einer Investitionsentscheidung genau geprüft werden.
Umweltaspekte
Die Nutzung von Hochtemperatur-Wärmepumpen bei ungedämmten Altbauten kann zur Reduzierung von fossilen Brennstoffen und CO₂-Emissionen beitragen. Allerdings ist die Umweltbilanz stark vom Strommix abhängig. In Deutschland steigt der Anteil erneuerbarer Energien im Stromsektor kontinuierlich, was den CO₂-Fußabdruck für elektrisch betriebene Wärmepumpen verbessert.
Fazit
Hochtemperatur-Wärmepumpen stellen 2026 für ungedämmte Altbauten in Deutschland eine technische Möglichkeit dar, bestehende Heizsysteme effizienter mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Die höheren Vorlauftemperaturen ermöglichen eine Anpassung an alte Heizkörper und bauen nicht zwingend auf aufwändige Dämmmaßnahmen. Allerdings ist die geringere Effizienz bei hohen Temperaturen sowie die Investitionshöhe zu berücksichtigen. Eine sorgfältige Planung, genaue Bedarfsermittlung und die Nutzung von Förderprogrammen sind für eine wirtschaftliche Umsetzung essenziell.