Kosten und Behandlung des Grauen Stars 2026 in Deutschland

Der Graue Star (Katarakt) ist eine altersbedingte Trübung der Augenlinse, die in Deutschland häufig vorkommt. Die Standardoperation wird meist von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei der Planung der Behandlung sind neben den Kosten auch Behandlungsoptionen und Linsentypen wichtig.

Kosten und Behandlung des Grauen Stars 2026 in Deutschland

Grauer Star: Grundlagen und medizinische Hintergründe

Der Graue Star, medizinisch Katarakt genannt, beschreibt eine fortschreitende Trübung der Augenlinse. Diese Trübung führt zu einer allmählichen Verschlechterung des Sehvermögens, die sich durch eine diffuse, milchige Sicht oder Blendung äußert. Die Erkrankung tritt überwiegend bei älteren Menschen auf, kann aber auch durch Stoffwechselerkrankungen, Verletzungen oder langjährige Medikamenteneinnahme begünstigt werden.

Bisher gibt es keine medikamentöse Therapie, die den Grauen Star dauerhaft aufhalten oder rückgängig machen kann. Die operative Entfernung der getrübten Linse mit anschließender Implantation einer künstlichen Intraokularlinse (IOL) stellt weltweit die bewährte Behandlungsform dar.

Operative Behandlung des Grauen Stars

Die Kataraktoperation ist ein Routineeingriff in Deutschland und wird zumeist ambulant durchgeführt. Dabei wird die natürliche Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Die Operation erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung.

Linsenarten und ihre Funktionen

Es gibt verschiedene Arten von Intraokularlinsen, die je nach visuellen Anforderungen ausgewählt werden können:

  • Monofokallinsen: Diese ermöglichen klare Sicht in einem Entfernungsbereich, meist in der Ferne. Sie sind die Standardversorgung und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

  • Multifokallinsen: Sie bieten scharfes Sehen in mehreren Entfernungen (Nah und Fern), reduzieren dadurch teilweise die Abhängigkeit von Brillen.

  • Toric-Linsen: Diese Linsen korrigieren zusätzlich Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus).

Multifokale und torische Linsen gelten als sogenannte Premiumlinsen und sind in den Regelversorgungstarifen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht enthalten. Die damit verbundenen Mehrkosten trägt der Patient selbst.

Operationsmethoden

Die klassische Methode ist die Ultraschall-Phakoemulsifikation, bei der die Linse zerkleinert und abgesaugt wird. In einigen Kliniken wird auch ein Laser-assistiertes Verfahren angeboten, das theoretisch präzisere Schnitte erlaubt. Allerdings sind diese zusätzlichen Techniken oft mit weiteren Kosten verbunden, da sie nicht zur Regelleistung gehören.

Kostensituation bei Katarakt-Operationen in Deutschland 2026

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Kataraktoperation einschließlich der Standard-Monofokallinse komplett. Private Zusatzleistungen oder spezielle Linsen müssen zumeist selbst finanziert werden.

Typische Kostenbereiche

  • Basisversorgung mit Monofokallinse: Vollständig von der gesetzlichen Krankenversicherung gedeckt, daher keine Zuzahlung.

  • Premiumlinsen (Multifokal, torisch): Kosten liegen in der Regel zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Auge, abhängig von Linsentyp und Anbieter.

  • Laserassistierte Operationen und zusätzliche Voruntersuchungen: Diese können weitere 200 bis 1.000 Euro zusätzlich kosten.

Vor einer Operation ist es ratsam, mit dem behandelnden Arzt und der Krankenkasse die möglichen Kosten und deren Übernahme zu besprechen.

Behandlung ohne operative Eingriffe

Aktuell gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Behandlungsmöglichkeiten, die einen Grauen Star ohne Operation auflösen oder heilen können. Verschiedene Augentropfen oder medikamentöse Ansätze befinden sich in der Forschung, sind jedoch noch nicht etabliert.

Vorübergehend können Sehhilfen, wie stärker angepasste Brillen oder Vergrößerungshilfen, den Alltag erleichtern, ersetzen jedoch keine operative Lösung.

Indikationen für eine Kataraktoperation

Die Entscheidung zur Operation basiert vor allem auf dem Ausmaß der Sehbeeinträchtigung und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität. Hinweise auf eine durch Katarakt beeinträchtigte Sehkraft sind beispielsweise:

  • Deutliche Einschränkungen beim Lesen, Autofahren oder Erkennen von Gesichtern
  • Blendungsempfindlichkeit
  • Häufiger Wechsel der Brillengläser ohne nachhaltige Verbesserung

Die Operation wird vor allem empfohlen, wenn diese Symptome den Alltag oder die berufliche Tätigkeit stark einschränken.

Nachsorge und Prognose

Nach der Operation ist eine entsprechende Nachsorge wichtig, um Komplikationen auszuschließen. Diese umfasst Kontrolluntersuchungen durch den Augenarzt sowie das Tragen von Schutzbrillen gegen UV-Strahlung.

Die künstlichen Linsen sind in der Regel dauerhaft eingesetzt und benötigen keinen Austausch. Bei bestimmten Formen von Linsentrübungen oder Folgeerscheinungen kann eine sogenannte YAG-Laser-Kapsulotomie durchgeführt werden, um die Sehschärfe wiederherzustellen.

Die Erfolgsaussichten der Kataraktoperation in Deutschland sind hoch: Die Mehrzahl der Patienten erlebt eine deutliche Verbesserung der Sehfähigkeit.

Besonderheiten bei bestimmten Patientengruppen

Patienten mit Begleiterkrankungen, wie Diabetes mellitus oder anderen Augenkrankheiten wie Makuladegeneration oder Glaukom, benötigen vor der Operation eine detaillierte augenärztliche Untersuchung. Diese Erkrankungen können das Operationsergebnis beeinflussen und erfordern eine individuelle Anpassung der Behandlung.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Bei einer Kataraktoperation in Deutschland liegen die typischen Preisbereiche wie folgt:

  • Basisoption (Standardoperation mit Monofokallinse): vollständig durch die gesetzliche Krankenversicherung gedeckt.

  • Standardoption (Operation mit verbesserten Leistungen wie erweiterte Diagnostik): kann zusätzliche privat zu zahlende Kosten zwischen 200 und 800 Euro verursachen.

  • Premiumoption (einschließlich multifokaler oder torischer Linsen sowie laserassistierter Verfahren): üblicherweise 1.500 bis 3.000 Euro pro Auge, abhängig von gewählter Linse und Klinik.

Die endgültigen Kosten variieren je nach persönlicher Situation, Klinikwahl und individuellen Zusatzleistungen, weshalb eine genaue Kostenschätzung im Vorfeld sinnvoll ist.


Diese Informationen basieren auf dem aktuellen Stand des Jahres 2026 und dienen als Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten und Kostensituation des Grauen Stars in Deutschland. Eine individuelle Beratung durch Fachärzte ist aufgrund medizinischer Besonderheiten stets notwendig.