Schmerzsalben bei Arthrose in der Schweiz 2026
Arthrose ist in der Schweiz eine häufige Gelenkerkrankung, die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht. Zur Behandlung werden oft lokal anzuwendende Schmerzsalben genutzt. 2026 sind verschiedene Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen erhältlich, deren Eigenschaften und Anwendung hier erläutert werden.
Arthrose und ihre Auswirkungen auf die Gelenke
Arthrose, auch bekannt als Osteoarthritis, ist eine degenerative Erkrankung der Gelenke, bei der der Knorpel allmählich abgebaut wird. Dieser Knorpelverlust führt zu Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen, insbesondere in stark belasteten Gelenken wie Knie, Hüfte und Händen. In der Schweiz sind sowohl ältere Menschen als auch jüngere Betroffene von Arthrose betroffen, wobei Symptome meist schleichend auftreten und im Verlauf zunehmen.
Typische Beschwerden bei Arthrose sind Gelenkschmerzen, Steifheit nach Ruhephasen sowie eine verminderte Flexibilität der Gelenke. Diese Symptome wirken sich teilweise erheblich auf die Lebensqualität aus und können die Teilnahme am sozialen und beruflichen Leben einschränken.
Lokale Schmerztherapie bei Arthrose
Zur Behandlung der Schmerzen und Entzündungen bei Arthrose können lokal anzuwendende Schmerzsalben und Gele genutzt werden. Diese ermöglichen eine direkte Anwendung am betroffenen Gelenk und können zur kurzfristigen Linderung beitragen. Im Gegensatz zu systemisch eingenommenen Schmerzmitteln wirken lokale Präparate hauptsächlich auf die schmerzenden Bereiche und haben meist weniger systemische Nebenwirkungen.
Wirkstoffe in Schmerzsalben
Die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe in schmerzlindernden Salben bei Arthrose gehören meist zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Dazu zählen:
- Diclofenac: Hat schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften und wird häufig zur lokalen Behandlung von Gelenkbeschwerden genutzt.
- Ibuprofen: Ebenfalls entzündungshemmend und schmerzlindernd, wobei es lokal aufgetragen werden kann.
Neben synthetischen Wirkstoffen werden auch Präparate mit pflanzlichen Inhaltsstoffen verwendet, etwa:
- Arnika: Bekannt für entzündungshemmende und durchblutungsfördernde Effekte.
- Teufelskralle (Harpagophytum procumbens): Wird traditionell zur Schmerz- und Entzündungslinderung bei Gelenkbeschwerden eingesetzt.
- Menthol und Kampfer: Sie erzeugen kühlende bzw. durchblutungsfördernde Reizwirkungen, die Schmerzen subjektiv lindern können.
Anwendungsformen und Verträglichkeit
Schmerzsalben sind meist in Form von Salben, Gelen oder Cremes erhältlich. Die Anwendung erfolgt direkt auf die betroffenen Gelenke, meist zwei- bis dreimal täglich. Die lokale Anwendung ist in der Regel gut verträglich, kann jedoch bei empfindlicher Haut zu Irritationen oder allergischen Reaktionen führen. Deshalb sollte vor der großflächigen Anwendung ein Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durchgeführt werden.
Evidenzbasierte Therapien und Programme in der Schweiz
GLA:D® Schweiz Program
Das Programm GLA:D® (Good Life with osteoArthritis in Denmark) wurde 2013 in Dänemark entwickelt und verfolgt einen evidenzbasierten Ansatz zur Behandlung von Knie- und Hüftarthrose. Seit 2019 wird es auch in der Schweiz angewendet. Das Programm kombiniert Beratung, spezifische Übungen und eine kontinuierliche Qualitätssicherung durch Datenerhebung.
Ziele von GLA:D® sind die Verbesserung der Lebensqualität, die Verzögerung oder Vermeidung von Operationen und die Förderung der Selbstmanagementfähigkeiten von Betroffenen. Die Anwendung von Schmerzsalben kann hier ergänzend zur physikalischen Therapie stehen, ersetzt diese jedoch nicht.
Nationale Versorgungsleitlinien
Internationale Leitlinien (z.B. EULAR, OARSI), die auch in der Schweiz Berücksichtigung finden, empfehlen bei Arthrose eine multimodale Behandlung. Diese umfasst neben körperlicher Aktivität auch Schulungen, Gewichtsmanagement und ggf. medikamentöse Behandlung – lokal oder systemisch. Die Wahl der Therapie wird individuell an Beschwerden, Begleiterkrankungen und Lebenssituation angepasst.
Besonderheiten der Schmerzsalbenanwendung in der Schweiz
Verfügbarkeit und Regulierung
In der Schweiz sind viele Schmerzsalben rezeptfrei in Apotheken und Drogerien erhältlich. Die Swissmedic reguliert die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln, somit müssen alle zugelassenen Schmerzsalben deren Sicherheits- und Wirksamkeitsanforderungen entsprechend erfüllen.
Beratung durch Fachpersonen
Apothekerinnen und Apotheker sowie medizinisches Fachpersonal bieten Beratung zur Anwendung, möglichen Nebenwirkungen und zur Interaktion mit anderen Medikamenten. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Selbstmedikation und Risiken
Obwohl Schmerzsalben rezeptfrei erhältlich sind, sollte deren Anwendung dosiert und temporär erfolgen. Eine dauerhafte Nutzung ohne Rücksprache mit Fachpersonen ist nicht empfohlen, da unbehandelte Ursachen oder fortschreitende Erkrankungen nicht erkannt werden könnten.
Typische Kosten in der Schweiz (2026)
Bei der Verwendung von Schmerzsalben zur Behandlung von Arthrose variieren die Preise je nach Wirkstoff, Menge und Hersteller. In der Schweiz liegen die üblichen Preisbereiche für Schmerzsalben bei:
- Basisauswahl: Etwa 10 bis 20 CHF für Standardgrößen (z.B. 50g) mit häufig genutzten Wirkstoffen wie Diclofenac.
- Standardoption: Zwischen 20 und 40 CHF, häufig bei Präparaten mit kombinierten oder speziellen Wirkstoffen sowie pflanzlichen Inhaltsstoffen.
- Premiumprodukte: In der Regel 40 bis 60 CHF, oft mit zusätzlichen Inhaltsstoffen oder besonderen Formulierungen, die beispielsweise die Hautverträglichkeit verbessern sollen.
Die Kosten für Schmerzsalben werden in der Regel nicht von der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt, können jedoch in bestimmten Fällen über Zusatzversicherungen erstattungsfähig sein.
Zusammenfassung
Schmerzsalben stellen bei Arthrose in der Schweiz eine unterstützende Option zur lokalen symptomatischen Behandlung dar. Sie enthalten hauptsächlich nicht-steroidale Antirheumatika oder pflanzliche Wirkstoffe und ermöglichen eine gezielte Anwendung an betroffenen Gelenken. Die Nutzung erfolgt meist rezeptfrei und wird durch Fachpersonen begleitet, um Anwendungssicherheit und Verträglichkeit zu gewährleisten.
Für eine ganzheitliche Behandlung von Arthrose empfiehlt sich die Kombination von lokalen Maßnahmen wie Schmerzsalben mit physiotherapeutischen Ansätzen, wie sie etwa im GLA:D® Programm umgesetzt werden. Dabei sollte die Behandlung individuell auf den Patienten abgestimmt werden, wobei eine ärztliche Beratung bei fortschreitender Erkrankung wichtig bleibt.
Aktuelle Informationen und Entwicklungen zu Arthrose-Behandlungen in der Schweiz erfolgen unter Berücksichtigung von Leitlinien und wissenschaftlichen Erkenntnissen, um langfristig eine Verbesserung der Lebensqualität bei Betroffenen zu ermöglichen.