Unkrautbekämpfung 2026: Wege und Pflasterfugen pflegen

In Deutschland gehört die Unkrautentfernung auf Wegen und in Pflasterfugen zur regelmäßigen Pflege. Viele chemische Mittel sind durch Gesetze eingeschränkt oder verboten, daher werden verstärkt mechanische, thermische und nachhaltige Methoden zur Unkrautbekämpfung eingesetzt.

Unkrautbekämpfung 2026: Wege und Pflasterfugen pflegen

Bedeutung der Unkrautbekämpfung auf Wegen und Pflasterfugen

Unkraut auf befestigten Flächen wie Gehwegen und Pflasterfugen kann mehrere Probleme verursachen. Es beeinträchtigt die Optik von Außenanlagen, kann Fugenmaterialien beschädigen und erhöht das Risiko von rutschigen Oberflächen, besonders bei Feuchtigkeit oder Frost. Zudem kann Unkraut durch seine Wurzeln die Stabilität der verlegten Steine beeinträchtigen, was langfristig zu Reparaturbedarf führt. Daher ist die Pflege dieser Flächen aus Sicherheits-, ästhetischen und funktionalen Gründen wichtig.

Gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Chemische Unkrautbekämpfungsmittel, die auf befestigten Flächen angewendet werden, unterliegen in Deutschland strengen gesetzlichen Vorgaben. Besonders auf versiegelten Böden ist der Einsatz vieler Herbizide eingeschränkt oder verboten, um Boden- und Grundwasserschutz zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) regelt hierzu national die zugelassenen Einsatzgebiete und Wirkstoffe. Verantwortliche sollten sich vor der Anwendung stets über die aktuellen Vorgaben beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) informieren. Der Trend geht zunehmend hin zu umweltverträglichen und nachhaltigen Methoden, die keine chemischen Rückstände hinterlassen.

Mechanische Methoden der Unkrautbekämpfung

Handjäten

Das manuelle Entfernen von Unkraut ist eine der ältesten und umweltfreundlichsten Methoden. Dabei wird das Unkraut mitsamt Wurzel entfernt, um ein Nachwachsen zu verhindern. Besonders vorteilhaft ist die Anwendung im zeitigen Frühjahr oder schon beim frühen Wachstum, bevor Samen gebildet werden. Feuchte Böden erleichtern das Entfernen, da Wurzeln sich leichter lösen lassen.

Werkzeuge für Pflasterfugen

Zur mechanischen Entfernung eignen sich spezielle Werkzeuge wie Fugenkratzer, Fugenschneider oder Drahtbürsten. Fugenkratzer mit langem Griff ermöglichen ein rückenschonendes Arbeiten. Drahtbürsten entfernen vor allem oberflächliches Grün, während Fugenkratzer tiefer sitzende Wurzeln aus den Fugen herausziehen können. Auch Abflammgeräte, manuelle Stecheisen oder kleine Grabgabeln können zum Einsatz kommen.

Vorteile und Einschränkungen

Mechanische Methoden verursachen keine chemische Belastung, erfordern jedoch regelmäßigen Arbeitsaufwand, insbesondere bei starkem Unkrautwuchs. Die Wirksamkeit hängt von der Gründlichkeit und zeitlichen Regelmäßigkeit ab, da nicht entfernte Wurzeln schnell wieder austreiben können.

Thermische Verfahren

Nutzung von heißem Wasser

Die Anwendung von heißem Wasser auf Unkraut ist eine umweltfreundliche Methode, die ohne chemische Mittel auskommt. Das Wasser sollte eine Temperatur von etwa 90 °C erreichen und für einige Sekunden direkt auf die Pflanze ausgegeben werden, um Wurzeln und oberirdische Teile abzutöten. Diese Methode ist besonders für kleine Flächen oder punktuell auftretendes Unkraut geeignet.

Abflammverfahren

Abflammgeräte, die mit Gas betrieben werden, erzeugen Hitze um 60 bis 70 °C, um die Pflanzenzellen zum Platzen zu bringen. Es ist wichtig darauf zu achten, die Pflanzen nicht zu verbrennen, da dies den Gasverbrauch unnötig erhöht und die Fläche beschädigen kann. Besonders bei robusten Pflanzenarten wie Löwenzahn oder bestimmten Grasarten sind mehrere Anwendungen pro Jahr erforderlich, um ein dauerhaftes Ergebnis zu erzielen.

Vor- und Nachteile thermischer Methoden

Thermische Verfahren sind frei von chemischen Rückständen und schützen Bodenorganismen besser als chemische Mittel. Der Arbeitsaufwand ist hoch und bei großen Flächen kann es zeitaufwendig sein. Zudem sind spezielle Geräte erforderlich, deren Anschaffung und Betrieb Kosten verursachen.

Biologische und ökologische Ansätze

In der Unkrautbekämpfung gibt es zunehmend Ansätze, die mit natürlichen Methoden arbeiten. Dazu zählen der Anbau von Bodendeckern oder Pflanzen, die Unkraut verdrängen, sowie die Nutzung von Naturstoffen wie Essig oder Salz zur punktuellen Behandlung, wobei deren Einsatz in Deutschland rechtlich eingeschränkt sein kann und kontrolliert werden sollte. Auch die Förderung eines gesunden Bodens durch Kompostierung und Mulchen kann das Unkrautwachstum reduzieren.

Typische Kosten in Deutschland (2026)

Bei der Unkrautbekämpfung auf Wegen und Pflasterfugen können die Kosten je nach Methode stark variieren:

  • Einfache mechanische Methoden: Werkzeuge wie Fugenkratzer oder Drahtbürsten sind ab etwa 10 bis 30 Euro erhältlich. Handarbeit verursacht vor allem Zeitaufwand.

  • Thermische Verfahren: Mobility-Abflammgeräte kosten in der Anschaffung zwischen 200 und 1000 Euro. Oft ist die Nutzung durch Fachunternehmen möglich, die je nach Fläche und Aufwand zwischen 10 und 30 Euro pro Quadratmeter berechnen.

  • Professionelle Dienstleistungen: Fachbetriebe bieten teilweise jährliche Pflegeverträge an. Die Preise liegen üblicherweise zwischen 500 und 1500 Euro pro Jahr für mittelgroße Grundstücke, abhängig vom Aufwand und der Fläche.

Zusammenfassung

Die Unkrautbekämpfung auf versiegelten Flächen in Deutschland ist durch gesetzliche Vorgaben limitiert. Mechanische und thermische Methoden stellen umweltverträgliche Alternativen zu chemischen Mitteln dar. Regelmäßige Pflege und eine Kombination verschiedener Verfahren können unkrautfreie Wege und Pflasterfugen gewährleisten. Die Wahl der Methode sollte sich nach Fläche, Aufwand, Umweltaspekten und gesetzlichen Bestimmungen richten.