Klimaanlagen ohne Außengerät: Funktion und Anwendung 2026

Klimaanlagen ohne Außengerät werden in Österreich immer wichtiger. Sie kühlen Innenräume ohne sichtbare Außeneinheit, was besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden oder baulichen Einschränkungen wichtig ist. Verschiedene Technologien sorgen für Energieeffizienz und hohen Komfort.

Klimaanlagen ohne Außengerät: Funktion und Anwendung 2026

Technologien von Klimageräten ohne Außeneinheit

### Wassergeführte Systeme Wassergeführte Klimaanlagen sind eine verbreitete Variante ohne Außengerät. Statt Luft wird hier Wasser als Wärmeträger verwendet, das über Leitungen innerhalb des Gebäudes zirkuliert. Das System nimmt dabei Wärme aus der Innenluft auf und leitet diese über eine kompakte Wärmetauschereinheit im Inneren ab.

Ductless Mini Splits

Diese Geräte bestehen aus einem Innengerät, das die Luft im Raum kühlt oder beheizt, ohne dass eine Außenkomponente zum sichtbaren Außeneinsatz erforderlich ist. Die Systeme arbeiten häufig mit Wärmepumpentechnologie und benötigen keine Kanäle, was die Installation erleichtert.

Tragbare Klimageräte

Tragbare Systeme sind mobil und bieten flexible Möglichkeiten der Raumkühlung. Sie nutzen Ventilatoren und Verdampfer, um Luft zu kühlen, benötigen jedoch meist einen Kanal oder Schlauch zur Ableitung der Wärme nach außen, was die Nutzung in manchen Fällen einschränken kann.

Anwendung in Österreich

In Österreich sind insbesondere in Altbausubstanz und denkmalgeschützten Objekten Anlagen ohne Außengerät von Interesse, da die Montage von Außengeräten dort oft nicht möglich ist. Zudem bieten solche Systeme Lösungen für Mietwohnungen, wo bauliche Veränderungen meist nicht gestattet sind.

Die Integration solcher Systeme in bestehende Gebäude erfordert häufig nur Strom- und Wasseranschlüsse, was die Umrüstung erleichtert. Anbieter berichten, dass bis zu vier Räume über ein zentrales Innengerät klimatisiert werden können.

Energieeffizienz und Umweltaspekte

Die eingesetzten Technologien sind vielfach mit moderner Inverter-Technik ausgerüstet, welche die Leistungsaufnahme der Geräte an den tatsächlichen Kühl- oder Heizbedarf anpasst. Die Verwendung von Wärmepumpen ermöglicht zudem oft eine nachhaltigere Energieverwendung, da Umweltwärme effektiv genutzt wird.

Die zunehmende Erwärmung des Klimas in Österreich und der steigende Kühlbedarf in Gebäuden führen dazu, dass effiziente und angepasste Klimatisierungssysteme an Bedeutung gewinnen. Studien der BOKU Wien prognostizieren eine Verdopplung des Kühlbedarfs bis 2050, was die Relevanz solcher Systeme weiter erhöht.

Typische Kosten in Österreich (2026)

Bei der Anschaffung und Installation von Klimaanlagen ohne Außengerät in Österreich sind die Kosten abhängig von Systemtyp, Leistungsfähigkeit und Gebäudegegebenheiten:

  • Einfache Geräte (tragbar, kleine Räume): Ab etwa 500 bis 1.500 Euro. Diese sind meist für kleine bis mittlere Räume geeignet.
  • Standardlösungen (Ductless Mini Splits oder wassergeführt, Ein- bis Zweiraumlösungen): Kosten liegen ungefähr zwischen 3.000 und 7.000 Euro. Hier ist bereits eine gewisse Systemintegration gegeben.
  • Premiumsysteme (Multi-Room-Anlagen, hohe Leistung, mit Smart-Funktionen): Diese können Kosten von 10.000 Euro und mehr erreichen, abhängig von Ausstattungsmerkmalen und Gebäudegröße.

Es ist zu beachten, dass neben den Anschaffungskosten auch Ausgaben für Planung, Installation und gegebenenfalls Wartung anfallen.

Rechtliche und bautechnische Anforderungen

In Österreich unterliegen bauliche Änderungen, insbesondere Fassadenveränderungen, teils strengen Auflagen, die je nach Bundesland variieren können. Klimaanlagen ohne Außengerät sind deshalb oftmals einfacher umzusetzen, da keine Außenbauteile montiert werden.

Für die Installation ist in der Regel keine behördliche Genehmigung erforderlich, sofern keine baulichen Eingriffe an der Fassade notwendig sind. Dennoch sollten Bauherren und Vermieter örtliche Vorschriften sowie mögliche Denkmalschutzauflagen beachten.

Fazit

Klimaanlagen ohne Außengerät stellen eine technische Möglichkeit dar, Räume in Österreich bei sommerlichen Temperaturen zu kühlen, ohne den sichtbaren Einfluss auf die Gebäudehülle. Dies ist insbesondere bei bestehenden Bauten und denkmalgeschützten Objekten von Vorteil. Die Technologien sind vielfältig und bieten hinsichtlich Effizienz und Nutzungsszenarien verschiedene Optionen. Die Entwicklung und Anpassung dieser Geräte wird auch vor dem Hintergrund des Klimawandels und des erhöhten Kühlbedarfs in kommenden Jahren von Interesse bleiben.