Chronische Sinusitis in Deutschland: Ursachen und Behandlung
Die chronische Sinusitis ist eine langanhaltende Entzündung der Nasennebenhöhlen, von der viele Menschen in Deutschland betroffen sind. Typische Symptome sind verstopfte Nase, Gesichtsschmerzen und andauernder Schnupfen. Im Gegensatz zur akuten Form dauern die Beschwerden über zwölf Wochen an und beeinträchtigen die Lebensqualität.
Definition und Arten der Sinusitis
Die Sinusitis bezeichnet eine Entzündung der Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen. Diese können bakteriell, viral oder allergisch bedingt sein. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen akuter und chronischer Sinusitis. Bei der akuten Form treten Symptome meist plötzlich auf und sind zeitlich begrenzt. Die chronische Sinusitis dagegen besteht mindestens zwölf Wochen und kann wiederkehrend oder dauerhaft verlaufen.
Anatomie der Nasennebenhöhlen
Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume in den Knochen des Gesichts, die mit Schleimhaut ausgekleidet sind. Sie umfassen Kiefer-, Stirn-, Siebbein- und Keilbeinhöhlen. Normalerweise tragen sie zur Luftbefeuchtung, Geruchsaufnahme und Stimmresonanz bei. Werden diese Schleimhäute entzündet, kommt es zu Schwellungen, die die Belüftung und den Schleimabfluss behindern.
Häufigkeit und Risikofaktoren in Deutschland
Chronische Sinusitis ist in Deutschland eine häufige Erkrankung, insbesondere bei Personen über 40 Jahren. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Risikofaktoren sind unter anderem:
- Allergien (z. B. Heuschnupfen)
- Asthma bronchiale
- Anatomische Besonderheiten (z. B. Nasenpolypen)
- Rauchen
- Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung
- Wiederholte Infektionen der Atemwege
Symptome einer chronischen Sinusitis
Typische Anzeichen einer chronischen Sinusitis sind:
- Verstopfte oder laufende Nase
- Druck- oder Schmerzgefühl im Bereich der betroffenen Nebenhöhlen
- Verminderter Geruchssinn
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Husten, oft nachts verstärkt
- Sekret läuft häufig den Rachen hinunter (Postnasal-Drip)
Diese Symptome treten über einen Zeitraum von mindestens zwölf Wochen auf und können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Ursachen und Entstehungsmechanismen
Meist beginnt eine Sinusitis mit einer viralen Infektion der oberen Atemwege, häufig im Rahmen eines normalen Schnupfens. Die durch die Infektion verursachte Schleimhautschwellung blockiert die Nebenhöhlenausgänge, was die Belüftung und den Sekretabfluss behindert. Diese Bedingungen begünstigen das Wachstum von Bakterien, sodass eine bakterielle Superinfektion entstehen kann.
Bei der chronischen Sinusitis spielen zudem häufig anatomische Veränderungen, wie Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand, eine Rolle. Auch chronische Entzündungen durch Allergien oder eine Fehlfunktion der körpereigenen Regulation können die Erkrankung begünstigen.
Diagnostische Verfahren
Für die Diagnose der chronischen Sinusitis werden in Deutschland verschiedene Untersuchungen genutzt:
- Anamnese: Erfassung der Symptome und deren Dauer.
- Klinische Untersuchung: Inspektion der Nasenhöhle mittels Riechkolben und Nasenspiegel.
- Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen gilt als Standard bei unklaren oder langanhaltenden Fällen.
- Endoskopie: Nasenendoskopie ermöglicht die direkte Betrachtung der Schleimhaut und Nebenhöhleneingänge.
- Allergietests: Um eine allergische Komponente auszuschließen bzw. zu bestätigen.
Behandlungsmöglichkeiten
Konservative Therapie
Bei einer chronischen Sinusitis werden zuerst konservative Therapieansätze bevorzugt:
- Nasenspülungen: Mit isotonischer Kochsalzlösung oder speziellen Lösungen zur Entfernung von Schleim und Allergenen.
- Kortikosteroide: Lokal als Nasenspray zur Reduzierung von Schleimhautschwellungen.
- Antibiotika: Werden bei bakterieller Superinfektion nach sorgfältiger Indikationsstellung eingesetzt.
- Antihistaminika: Zur Behandlung allergischer Auslöser.
Die Wirksamkeit von Hausmitteln wie Inhalationen mit ätherischen Ölen ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, dennoch berichten einige Betroffene von subjektiver Linderung.
Chirurgische Maßnahmen
Bleiben Symptome trotz medikamentöser Behandlung über mehrere Monate bestehen, wird in Deutschland eine Operation erwogen. Die häufigste Methode ist die sogenannte funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation (FESS). Dabei werden Schleimhautschwellungen, Polypen oder Verwachsungen entfernt, um die Belüftung und den Sekretabfluss zu verbessern.
Eine Operation gilt als sicher, jedoch bestehen wie bei jedem Eingriff Risiken, die vorab mit einem HNO-Arzt besprochen werden sollten.
Verlauf und Prognose
Die chronische Sinusitis kann das tägliche Leben durch anhaltende Symptome erheblich beeinträchtigen. Bei frühzeitiger Diagnose und adäquater Behandlung können Beschwerden oft gelindert und Komplikationen wie Ausbreitung der Entzündung verhindert werden.
Typische Kosten in Deutschland (2026)
Bei der Behandlung der chronischen Sinusitis können folgende Kosten anfallen:
- Basisversorgung: Nasenspülungen und rezeptfreie Produkte kosten in der Regel zwischen 10 und 30 Euro, wobei viele Apothekenlösungen angeboten werden.
- Medikamentöse Therapie: Die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente wie Kortikosteroid-Nasensprays und Antibiotika bewegen sich zwischen 20 und 60 Euro, abhängig von Packungsgröße und Preis.
- Diagnostik: Eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen kann in Deutschland etwa 100 bis 250 Euro kosten, abhängig von der Klinik und Region.
- Operative Behandlung: Eine FESS-Operation kostet im stationären Rahmen zwischen 2.000 und 5.000 Euro, abhängig vom Umfang des Eingriffs und der Klinik; die Kosten werden meist von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn eine medizinische Indikation besteht.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Kosten je nach individuellen Voraussetzungen und Leistungserbringern variieren können.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie e.V. (DGHNO)
- Robert Koch-Institut: Gesundheitsberichterstattung
- Leitlinie Chronische Rhinosinusitis der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften)
- NetDoktor.de: Informationen zu Sinusitis
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung